DJ T. Meine zehn liebsten Clubs aller Zeiten

Fotos: Berghain: Cara Courage (Flickr), Monza: Bildbunt (Flickr), Dorian Gray: T.S. (Flickr), Fabric: Nick Ensing
Dies ist eine von 100 Listen zum 25. Groove-Jubiläum, erstmals erschienen in Groove 151 (November/Dezember 2014).

 

Vor zwei Jahren feierte Thomas Koch alias DJ T. sein 25-jähriges DJ-Jubiläum. Vermutlich kann der Groove– und Get Physical-Gründer heute nicht einmal mehr abschätzen, wie viele Locations er im Laufe der Jahre bespielt hat und doch gab es immer wieder Clubs, die sich aus dem Alltag absetzen konnten. Für unsere Jubiläums-Ausgabe erinnerte sich DJ T. an seine zehn liebsten Clubs aller Zeiten.

 

omen

Omen (Frankfurt)

„Seinen ersten eigenen Club eröffnete Sven Väth mit Partnern im Sommer 1988. Für die darauffolgenden 10 Jahre wurde er nicht nur zu dem wichtigsten Ort meiner (club–) musikalischen Sozialisation sondern auch zu meinem höchstfrequentiertesten. Hier erlebte ich die Anfänge von House, Trance und Techno und durchtanzte die Nächte zu den Performances von Hunderten von DJs und Live Acts.“

 

Berghain

Ostgut / Berghain / Panoramabar (Berlin)

„Rechnet man die vorherige Location im Alten Ostbahnhof hinzu, ist der Doppelpack aus Technoclub und Panorama Bar in meinen Augen der schwergewichtigste Club aller Zeiten. Über keinen Ort wurde mehr geschrieben, aber es ist müßig seine Magie mit Worten einzufangen. Ob als Gast oder als DJ, hier erlebe ich jedes Mal die Erfüllung von allem was ich mir in der Nacht jemals gewünscht habe.“

 

Bar 25

Bar25 (Berlin)

„Dieser Ort fast mystischer Verklärung wird als singuläre Erscheinung für immer wie ein Fels aus der Geschichsschreibung herausragen. Viel mehr als nur ein Club, war es eine Art surrealer Spielplatz der Kulturen, der einen verschluckte sobald man die Schwelle seiner Pforte übertrat und das Gefühl für Raum und Zeit transformierte.“

 

Dorian Gray

Dorian Gray (Frankfurt)

„Die am Frankfurter Flughafen 1978 nach dem Vorbild des Studio 54 eröffnete Großraumdiskothek wurde zu einem Hort Europäischer Jetset-Disco– Kultur. Ab Mitte der 80er Jahre wurde sie zu einer der wichtigsten Brutstätten für international erfolgreiche Frankfurter Techno–DJs. Meine eigene Residency (1995–1998) im ‚kleinen Club‘ wurde zu einem Meilenstein meiner eigenen Karriere.“

 

Watergate

Watergate (Berlin)

„Mit der Geschichte dieses Clubs fühle ich mich auf ewig verbunden, seitdem ich in den Jahren 2003 und 2004 mit einer Reihe von Parties des Groove-Magazins einen kleinen Beitrag zu seiner Identitätsfindung beitragen durfte. Auch gab es keinen Ort, an dem wir mit unserem Label Get Physical häufiger zu Gast waren.“

 

Monza

Monza Club (Frankfurt)

„1999 (wieder–) eröffnete ich diesen Club zusammen mit den Betreibern des Whisper Clubs und meinem Weggefährten Patrick Dechent. Niemals hätte ich eine solche Erfolgsgeschichte erwartet. Getragen vor allem von der Strahlkraft der freitäglichen House–Nächte waren die Monza–Parties in der Frankfurter Innenstadt über einen Zeitraum von knapp fünf Jahren konkurrenzlos.“

 

the box

XS / The Box (Frankfurt)

„Der von Alexander Azary, Marc Spoon und ihren Partnern in den frühen 90ern eröffnete Club war einer der stilbildensten und besten im Deutschland der 90er Jahre. Hier erlebte ich DJs wie Laurent Garnier, DJ Hell oder Steve Bug sowie unzählige US-House–Größen zum ersten Mal. Nach seiner Wiedereröffnung als The Box hatte ich dort als Resident DJ eine unvergessene Zeit.“

 

Robert Johnson

Robert Johnson (Offenbach)

„International bekannt vor allem für den Sound seiner Anlage und sein unvergleichliches Booking, gilt der Club mit der 400-Mann–Kapazität immer noch als einer der besten in Deutschland. Neben meinem eigenen Club Monza war die mit ihrer zum Main hin gelegenen Terrasse ausgestattete Location der einzige Ort im Frankfurt der Nuller–Jahre der mich musikalisch (so gut wie) niemals enttäuscht hat.“

 

e werk

E–Werk (Berlin)

„Die Wahl des für mich wichtigsten Berliner Clubs der 90er Jahre fällt mir schwer. Auch der Tresor oder das Planet hätten das Recht hier zu stehen. Meine Wahl fällt trotzdem auf das E– Werk, weil ich hier in den Jahren 1994 bis 1997 meine intensivsten Berliner Nächte erlebte und es für mich seinerzeit zu der Musikauswahl der legendären Residents Clé, Woody, Disko und Hazel B keine Alternative gab.“

 

Fabric

Fabric (London)

„Nicht zuletzt weil er sowohl mich für als DJs als auch für mein Label Get Physical in den letzten zehn Jahren stets einen sicheren Hafen bot, schafft es der legendäre Fabric Club als einziger nicht–deutscher in meine Liste. Ich kann mich an keine Techno–Location in der Geschichte erinnern, die ein vergleichbar abwechlungsreiches und ambitioniertes Booking erlebt hätte.“

 

Die Compilation Strictly DJ T.: 25 Years of Strictly Rhythm von DJ T. erscheint am 8. März 2015 bei Strictly Rhythm.

  • Mir fehlt da Aufschwung Ost / Stammheim.

  • Phil

    So sieht’s aus, Kassel hat die deutsche Techno Szene genauso elementar geprägt wie Berlin oder Frankfurt!

  • jo

    Kassel??

  • hans

    Aufschwung Ost war ein legendärer Club. Aber zu behaupten, Kassel hätte die Deutsche Techno Szene geprägt wie Frankfurt oder Berlin erscheint mir dann doch etwas Größenwahnsinnig

  • Markus

    es heißt ja „seine liebsten Clubs“… trotzdem, das Monza war bestimmt nicht der Burner…