RECONDITE IFFY (Innervisions)

Deutlich über 50 Katalognummern und nach Tokyo Black Star aus dem Jahr 2009 erst die zweite Albumveröffentlichung auf Innervisions. Dafür zeigt sich mit Lorenz Brunner alias Recondite auch noch ein Künstler verantwortlich, der durch seinen Output bereits seit längerem verstärkt ins öffentliche Interesse drängt – da liegt die Messlatte dementsprechend hoch. Mit „Baro“ zelebriert Recondite einen spannungsgeladenen Auftakt. Die tief gurgelnde, leicht zittrige Synthesizer-Spur wirkt elektrisierend. Doch bereits in „Levo“ klingen die düsteren Leitmotive, die Brunner etwa auf seinem Album Hinterland oder den EPs auf Dystopian zu seinem Markenzeichen auserkoren hatte, etwas abgeschliffen und weichen einer eingängigen Bassline. Wo die Vorgänger-Alben durch verträumte und surreal anmutende Momente zu überraschen wussten, geht IFFY auf Nummer sicher: In jedem Track wird das jeweilige Leitmotiv über Gebühr strapaziert. Es wirkt, als hätte Recondite bewusst auf den melodiösen Innervisions-Sound hinproduziert, ohne jedoch die gleiche Durchschlagkraft der Label-Gassenhauer zu erreichen. Einzig mit „Tame“, das durch die prägnanten Synthesizer-Chords den vielleicht größten Wiedererkennungswert des Albums besitzt und der Downtempo-Nummer „Jim Jams“ gelingt es Brunner noch einmal, Impulse zu setzen.

 


Stream: ReconditeKonter