GROOVE PRÄSENTIERT Dekmantel (Amsterdam, 01.-03.08.14)

Foto: Merlijn Hoek

Seit 2007 organisiert Thomas Martojo bereits in Amsterdam Partys. Unter dem Kollektivnamen Dekmantel wurden Events in Clubs wie Paradiso, Studio 80 und Trouw gefeiert. Nachdem 2009 das dazugehörige Plattenlabel sowie die angeschlossene Booking-Agentur gegründet wurde, begeisterten die Macher im vergangenen Jahr die internationale Rave-Community mit der Premiere des Dekmantel Festivals. Wir sprachen mit Organisator Martojo über das erste Mal, die Finanzierung eines Hammer-Line-ups und die Entwicklungsmöglichkeiten des Festivals.

 

Thomas, im vergangenen Jahr feierte das Dekmantel seine Premiere. Wie war das Feedback und hat dich der Erfolg überrascht?

Ich habe noch nie so lange an einem Event gearbeitet, aber es hat sich dermaßen gelohnt, es war einfach wundervoll! Natürlich hast du eine Vorstellung von den drei Tagen, aber es ist riskant, aus dem Nichts ein neues Festival zu starten. Vieles hätte schief gehen können, aber sowohl die Besucher als auch die Künstler waren allesamt begeistert. Die Erwartungen wurden mehr als übertroffen.

Dekmantel ist als Partyreihe und Label bekannt. Wie kam es zur Entscheidung, ein Festival zu organisieren?

Wir wollten das Festival schon eine ganze Weile machen, haben aber immer nach der perfekten Location gesucht. Als Promoter ist es cool, Club-Shows zu starten, aber mit einem Festival kannst du deine eigene Welt schaffen. Das Programm zu gestalten ist wie in einem Süßwaren-Geschäft zu stehen. Das Schöne ist, du suchst dir nicht nur drei oder vier, sondern gleich 100 Künstler aus.

Dekmantel verzichtete auf kommerzielle Künstler, sondern setzte mit dem Programm vollkommen auf den Underground.

Es war keine bewusste Entscheidung gegen kommerzielle Musik, aber wir machen schon eine Weile Partys und haben letztlich die Musik gebucht, die wir selbst lieben – so einfach ist das. Und heutzutage ist der Begriff Underground wirklich schwer zu greifen, ich würde nicht mal uns als Underground bezeichnen. Viel eher sind wir Katalysatoren von qualitativ hochwertiger Musik.

Euer Line-up im vergangenen Jahr war beinahe überirdisch. Wir konntet Ihr das alles finanzieren?

Es ist machbar, auch wenn wir als Anfänger keine Investoren hatten, denn wir sind zu 100% die Eigentümer von Dekmantel. Wir haben einfach mehr Geld als andere in das Festival-Programm investiert, wobei es hier gar nicht so sehr um die Finanzierung geht, wir haben halt keine hohe Gewinnschwelle und somit weniger Profit gemacht.

Der Anstieg der Künstlergagen wird auch für euch ein Thema gewesen sein. Was sind deine Gedanken zu dieser Entwicklung?

Es gibt heutzutage dermaßen viele Festivals, und viele von ihnen wollen eben die gleichen Künstler buchen. Ich kann verstehen, dass die Preise hochgehen, wenn die Nachfrage so groß ist. Das kann auch frustrierend sein, da wir niemals das Event mit der großen Knete sein werden, aber es ist nun mal so und wir können damit leben.

Viele erfolgreiche Festival wachsen von Jahr zu Jahr. Wohin soll eure Entwicklung gehen?

Wir haben immer gesagt, solange wir keine Kompromisse bei der Musik eingehen müssen und das richtige Publikum mit der richtigen Atmosphäre haben, kann das Festival ruhig wachsen. Wenn der Moment kommen sollte, an dem eines der beiden Elemente an Qualität verliert, dann wissen wir, dass wir unseren Zenit erreicht haben.

 


Video: Dekmantel Sole SelectorsBen UFO

 

dekmantel-festival

Groove präsentiert:

Dekmantel Festival

1. bis 3. August 2014

Line-up: 3 Chairs (Moodymann, Theo Parrish, Rick Wilhite & Marcellus Pittman), Joey Anderson, Answer Code Request, Atom TM live, Julio Bashmore, Ben Klock, Ben UFO, Bicep, Boddika, Daphni, Efdemin, Marcel Fengler, Kyle Hall, DJ Harvey, Robert Hood live, Nicolas Jaar, Gerd Janson, Jamie XX, Juju & Jordash, Nina Kraviz, Karenn, DJ Koze, Makam live, Martyn live, Jeff Mills, Mount Kimbie live, Joy Orbison, Moritz von Oswald Trio ft. Max Loderbauer & Tony Allen live, Plaid live, Rødhåd, Shackleton live, Steffi, Surgeon, Tale Of Us, Tobias live, Levon Vincent, Andrew Weatherall u.v.a.

Tickets: Festivalticket 105 Euro, Camping 30 Euro

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Amsterdam
Niederlande