INNERVISIONS Über das Auflegen

Kristian Beyer, Dixon, Frank Wiedemann (Foto: Lars Borges)

Interview: Gerd Janson und Heiko Hoffmann, Fotos: Lars Borges, Stoffmuster: Populo Batik
Erstmals erschienen in Groove 147 (März/April 2014)

Es gibt zahlreiche Faktoren, die ein DJ-Set beeinflussen: das Publikum, der Ort, die Zeit und nicht zuletzt die Tagesform des DJs selbst. Die Innervisions-Betreiber Dixon und Âme wissen das so gut wie kaum jemand anders, denn 2013 markierte dank etlichen Auftritten von kleinen Clubs bis hin zu großen Festivals einen vorläufigen Höhepunkt ihrer DJ-Karrieren. Gerd Janson, selbst einer der zur zeit Zeit gefragtesten Plattenaufleger, sprach mit ihnen über ihre Sicht auf das DJing.

 

Was macht eurer Meinung nach einen guten DJ aus?

Dixon: Für mich ist ein guter DJ jemand, der es schafft, Leute von etwas zu überzeugen.

Kristian Beyer (Âme): Von etwas, das sie nicht kennen.

Dixon: Oder auch von etwas, das sie kennen, aber nicht unbedingt gut finden und in dem Zusammenhang dann aber doch gut finden. Es geht vielmehr darum, jemanden in den eigenen Musikbereich hereinzuziehen. Die Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass man überhaupt einen eigenen Musikbereich hat, den man vertreten will. Dass man also nicht nur spielt um zu befriedigen oder etwas tut, wovon man glaubt, dass die Leute das jetzt mögen würden, sondern dass man versucht, das durchzusetzen, was man selbst als Musik gut findet.

Wenn ich mir meinen DJ-Schedule anschaue, dann bin ich an den meisten Orten nur einmal pro Jahr, in meinen Lieblingsclubs vielleicht dreimal. Wenn ich dann also zum Beispiel einmal im Jahr in Lissabon bin, dann besteht meiner Ansicht nach die Aufgabe darin, an dem Abend exakt das zu vertreten, was ich gut finde. Wenn die Leute dann nach Hause gehen und sich fragen, warum sie es scheiße fanden, dann nehme ich das in Kauf. Aber ich denke, zu einem guten DJ gehört es, zu erreichen, dass möglichst wenig Leute nach Hause gehen, die sich diese Fragen stellen. Schlimmer wäre es aber, wenn ich dort Konsens-Deep-House spielen würde, nur weil ich denke, dass man das vielleicht erwartet.

Wie wichtig ist es für ein gutes DJ-Set, Hits zu spielen?

Kristian: Naja, Hits gibt in jedem Set. Ich denke, wenn man das nicht machen würde, wäre man auch ein schlechter DJ.

Dixon: In unserem Kontext ist ein Tanzflächenhit nicht ein Hit, weil er vielleicht seit acht Monaten im Radio gespielt wird, sondern weil er auf der Tanzfläche funktioniert. Er muss also noch nichtmal veröffentlicht sein.

Es gibt Platten, bei denen sich schnell herauskristallisiert, dass sie in jedem Kontext, zu fast jeder Zeit, vor fast jedem Publikum funktionieren. Ohne, dass es schon jemand kennen könnte.

Dixon: Für mich zeichnet einen guten DJ auch aus, dass er es schafft, Nummern so wirken zu lassen, dass sie mehr sind, als sie es vielleicht in den Augen von achtzig anderen DJs ursprünglich waren.

Bedeutet ein guter DJ zu sein für euch auch, überwiegend neue Sachen zu spielen?

Dixon: Ich finde, jeder House- oder Techno-DJ, der nicht mehr als achtzig oder neunzig Prozent aktuelle Stücke spielt, hat meiner Ansicht nach seinen Beruf verfehlt.

 

„Jeder DJ, der nicht mehr als achtzig Prozent aktuelle Stücke spielt, hat seinen Beruf verfehlt.“ Dixon

 

Kristian: Ich glaube, das ist ganz einfach eine Entwicklung, die man durchmacht. Man setzt sich mit Musik auseinander, man hört sich viele Stücke an und nach einer Weile ist man dann auch gelangweilt. Da kommen wir dann zu dem Vorwurf, den man oft aus der Nerdecke hört, dass man eben keine alten Sachen mehr spielt. Man hat sie aber wirklich schon vor 15 Jahren gehört und aufgelegt. Es kommt auch einfach so viel neue Musik heraus, da hätte man wirklich den Beruf verfehlt, wenn man sich dem verweigern würde und sich nicht damit auseinandersetzen würde.

 

Kristian Beyer (Âme), Dixon, Frank Wiedemann (Âme)

Kristian Beyer (Âme), Dixon, Frank Wiedemann (Âme)

 

Aber für einen 18-jährigen DJ, der gerade anfängt aufzulegen, für den sind die ganzen alten Sachen doch neu.

Dixon: Es gibt einige DJs, für die die Basis ihres Auflegens das Altbewährte ist. Da ist ja auch keine schlechte Musik, wir sind da ja schließlich zu ausgegangen und sind damit aufgewachsen. Aber die Musik ist damals produziert worden, weil man neue Schritte gehen wollte.

Kristian: Außerdem stehen DJs, die auf das alte Material zurückgreifen oft vor dem Punkt, dass sie auf Material zurückgreifen müssen, das damals einfach aussortiert worden ist. Sie begrenzen sich häufig auf einen bestimmten Zeitraum, eine gewisse Soundästhetik. Sie kommen an den Punkt, an dem sie ihre Hits einfach abgenudelt haben und dann fangen sie an, auf Platten nach Tracks zu suchen, die damals einfach unter den Tisch gefallen sind. Bestimmt gibt es irgendwelche Chicago- oder New-York-Perlen, die noch zu entdecken sind, aber sicherlich sind achtzig Prozent der Platten auch einfach Schrott.

Dixon: Ich finde, es ist die Aufgabe eines DJs nach vorne zu gucken, so war es schon immer. Man soll den Blick nach hinten aber natürlich nicht schließen. Ich spiele ja mit USB-Sticks, da sind natürlich auch zwei oder drei Folder drauf, die mit 300 Stücken gefüllt sind, auf die man zurückgreifen könnte.

Kristian: Auf die man aber lustigerweise im Flow eher selten zurückgreift.

Dixon: Es gibt dann ab und zu Momente, an denen es passt. Wir legen ja alle schon relativ lange auf. Ich weiß, dass ich mich um die Jahrtausendwende von House etwas wegbewegt und angefangen habe, Broken Beats zu lieben. Ich habe mich zum ersten Mal in Jazz oder Brasil etwas mehr hineingegraben, damals auch durch die Bekanntschaft mit Jazzanova. Der Grund war, dass sich für mich damals Sachen im House festgetreten haben, es zu unglaublichen Wiederholungen kam und ich verzweifelt nach einer frischen Brise suchte. Nach irgendetwas. Das ist für mich genau die Aufgabe eines DJs, nach neuen Sachen zu suchen. Dabei kann man dann auch ruhig den falschen Weg einschlagen. Momentan sagen viele über meine Sets : „Das ist ja sehr trancy.“ Und vielleicht werde ich in fünf Jahren zurückblicken und sagen: „Ui, da waren ja Sachen dabei, die ich heute nicht mehr so gut finde.“ Aber für den Moment ist es der Versuch, etwas Neues auszutarieren.

Seid ihr euch manchmal unsicher, ob ihr einen Track mögt beziehungsweise ob er in euer Set passt?

Dixon: Ich weiß noch genau, als ich den Tale Of Us-Mix von Mano Le Toughs „Primative People“ das erste Mal gehört habe, dachte ich: „Das ist ein Schritt zu weit, das ist mir zu whatever.“ Aber ich empfand es gerade als Herausforderung, diesen Schritt jetzt mal zu gehen. Eben nicht genau in den gleichen Gefilden weiter aufzulegen, sondern einfach mal kurz auszuscheren. Ich weiß nicht, ob ich das 2014 wieder tue, aber für mich war das frisch in diesem Sommer.

 


Stream: Mano Le ToughPrimative People (Tale Of Us Remix)

 

Was zeichnet einen guten DJ für euch noch aus?

Dixon: Man muss in der Lage sein, Spannungsbögen zu erzeugen. Ich glaube, dass jeder gute DJ Spannungsbögen erzeugen kann. Das kann auch in meinen Sets komplett unterschiedlich sein. Ich glaube, in einem kurzen zweistündigen Set kann ich mit den gleichen Platten völlig unterschiedliche Spannungsbögen erzeugen.

Kristian: Obwohl das mitunter auch schwierig sein kann.

Dixon: Ich empfinde das gar nicht als so schwer. Obwohl man vielleicht gerade einmal dreißig Minuten im Club ist, erkennt man zum Beispiel, dass gerade die ganze Zeit wirklich hartes Zeug lief. Das bedeutet für mich dann, mit Songs, also etwas Emotionalerem zu beginnen und mich dann später wieder in den etwas härteren Bereich vorzuarbeiten, um mit den Platten, die ich in dem Bereich mag, Punkte setzen zu können. In einem anderen Kontext ist es dann vielleicht so, dass du irgendwo hinkommst und der DJ vor dir in den letzten dreißig Minuten vier Innervisions-Platten gespielt hat, was bedeutet, dass du selber erstmal einen ganz anderen Weg gehst, erst einmal härter spielst. Du willst ja nicht die ganze Zeit in der gleichen Geschwindigkeit fahren, im gleichen Emotionsgefühl sein, du musst dem Ganzen irgendwie Wendungen geben. Also fängt man erstmal an, was anderes zu machen. Die Auseinandersetzung mit dem, was im Club stattfindet, gehört für mich essenziell zur Aufgabe des DJ-Handwerks.

Kristian: Eben nicht nur zu kommen und zu sagen: „Ich mach jetzt einfach mein Ding.“ Nicht blind sein für alles.

Dixon: Man muss auch den Ball flach halten können, ohne dass die Leute verschwinden. Ich habe es gerade wieder für mich entdeckt, die Lautstärke für beispielsweise zwei Stücke von 107 db auf 100 db herunterzudrehen. Also zwei härtere Stücke unmerkbar einfach etwas leiser zu machen, sodass man danach das Stück, von dem man weiß, dass es vielleicht nicht hundertprozentig funktioniert, aber eigentlich dein Lieblingsstück ist, wieder lauter machen kann und die Leute denken: „Wow, das haut ja voll rein.“ Sowas gehört auch zu Spannungsbögen. Ich bin ja da kein DJ Harvey, der das dann auch mal komplett leise macht und nur im Refrain vielleicht drei Wörter im EQ so hoch pusht, dass es einem die Ohren zerdrischt. So extrem bin ich nicht beziehungsweise so toll beherrsche ich das nicht, aber eben solch kleine Verschiebungen vorzunehmen, die Dinge anders wirken lassen, das gehört dazu, um Spannungsbögen zu erzeugen.

Ich finde, es gehört zu dem Qualitätsmerkmal eines DJs, auf einen Raum und ein Publikum zu reagieren, anstatt immer das gleiche Set im gleichen Tempo und der gleichen Reihenfolge zu spielen.

Dixon: Eine Frage, der man als DJ immer wieder ausgesetzt ist, die man als Clubgänger aber gar nicht unbedingt so mitkriegt: Wie wirkt Musik in einem Raum? Und wie geht man als DJ damit um? In einem Warehouse mit 5000 Leuten spiele ich keinen soulful House, das hört sich schrottig an. Ich kann es natürlich durchdrücken, weil ich das in anderen Clubs eventuell gerade spiele. Aber bestimmte Locations bringen bestimmte Musik eben schlecht rüber. Und anstatt Musik schlecht rüber zu bringen, wähle ich dann lieber Musik, die in dem Kontext besser wirkt. Das führt zu unterschiedlichen Sets in unterschiedlichen Locations oder auf unterschiedlichen Soundsystemen.

Eigentlich sollte das zum Selbstverständnis eines jeden DJs gehören. Trotzdem lässt es sich zunehmend beobachten, dass DJs feste Sets abspielen, so wie eine Band, die ein Konzert spielt.

Kristian: Ich kann mich noch erinnern, wie Steffen und ich mal im Club Eleven in Amsterdam aufgelegt haben, lass es sechs oder sieben Jahre her sein. Grandmaster Flash stand neben uns während wir auflegten und der ganze Club tanzte. Grandmaster Flash fragte mich dann überrascht: „Kennen die Leute die Stücke eigentlich?“ Ich meinte zu ihm, dass sie wahrscheinlich achtzig Prozent der Stücke nicht kennen würden, weil sie neu oder noch nicht veröffentlicht waren. „Ja, aber warum tanzen die dann?“, war seine Frage. Ich antwortete ihm: „Das ist Techno und House. Da geht’s nicht darum, Stücke wiederzuerkennen, sondern dass sich die Leute auf die Musik einlassen.“ Ich unterstelle jetzt einfach mal vielen DJs, dass sie sich vielleicht nicht so viel mit all diesen Gegebenheiten auseinandersetzen. Die kaufen sich irgendwo Musik, gehen dann in den Club und legen die da auf.

Was sind denn die Unterschiede zwischen euch beiden beim Auflegen?

Dixon: Ich würde schon sagen, dass Kristian definitiv tendenziell härter und geradliniger spielt. Du sparst dir solche Ausrisse immer eher für den Schluss auf, während ich meistens schon von Anfang an mit sowas ins Rennen gehe.

Kristian: Ich habe mehr Zug zum Tor, würde ich sagen.

Dixon: Ja, ich mache mehr Kurzpassspiel.

Kristian: Der Außenstehende würde bei uns sicherlich sagen, dass es ähnlich klingt, während wir schon gravierende Unterschiede hören. Ich würde sagen, ich klinge etwas techiger, trackiger und Steffen ist eher der elegische Typ. Und wenn Steffen auflegt, dann ist der von null auf hundert voll da. Egal was für Unwägbarkeiten auftreten, er steht am DJ-Pult und ist einfach sofort auf hundert Prozent. Ich hingegen muss erst warm laufen. Ich brauche eine gewisse Zeit, um mich einzugrooven. Natürlich kann die Erfahrung sowas wettmachen, aber ich brauche diese Zeit einfach, bis ich genau weiß, dass ich voll da bin und was ich machen muss. Deswegen lasse ich Steffen, wenn wir zusammen auflegen, auch ganz gerne anfangen, der ist da eher so ein Schnellstarter, während ich immer eine gewisse Zeit brauche.

Es gibt ja so viele verschiedene Faktoren, die ein DJ-Set beeinflussen können. Wie geht ihr damit, um wenn etwas nicht rund läuft?

Dixon: Die Grundlage ist, dass man verstanden hat, was es in einem Club für Settings gibt. Dass man erkennt: Das ist eine gute Anlage, hier kann ich auch die Platte XY spielen, mit der ich auf einer Schrottanlage gar nicht erst anzukommen brauche. Da wirkt es nicht. Dazu gehört auch, dass man sieht: Hier habe ich keinen Kontakt zum Publikum. Hier stehe ich auf einer Bühne, wo der Fehler gemacht wurde, dass das DJ-Pult nicht einmal an den Anfang der Bühne gestellt wurde, sondern es wird ans Ende der Bühne gestellt. Man ist also nochmal zehn Meter weiter von den Leuten entfernt.

 

dixon

Dixon

 

Bühne und DJ-Pult zusammen ist ja schon ein Fehler.

Dixon: Dieses Auseinandersetzen und Erkennen der Bedingungen, die man hat, sollte dazu führen, dass man als DJ mit der Situation, in der man sich befindet, auch in gewisser Weise umgeht.

Kristian: Das hat dann auch zur Folge, dass wir bei vielen Sachen mitreden und einwirken wollen. Dass man zum Beispiel im Vorhinein sagt, wie Bühne und DJ-Pult stehen sollten oder wie das Licht sein sollte.

Ihr versucht also einen Einfluss auf das Setup der Veranstaltungen auszuüben?

Kristian: Als DJs muss man sich oft mit den vorgefundenen Gegebenheiten arrangieren. Deshalb versuchen wir so gut es geht, diese Gegebenheiten vorher schon zu regulieren. Wir haben keinen Bock in einem 500-Leute-Club auf einer provisorisch erbauten Bühne zu stehen, auf der man als DJ möglichst weit weg vom Publikum ist.

Dixon: Genau, wir wollen versuchen, die richtigen Parameter zu schaffen: Es ist für uns ganz oft der Aufbau der DJ- und Publikumssituation. Wir haben ein Konzept vor Augen, wie man es mit einfachen Mitteln schaffen kann, dass es funktionaler wird. Daraus folgt, dass man als DJ in eine Situation gebracht wird, in der man musikalisch mehr riskieren kann und somit auch dem Publikum mehr bieten kann. Diese Vorstellung versuchen wir momentan in den verschiedensten Situationen umzusetzen.

Was für Booking-Angebote gibt es, die ihr nicht annehmt?

Kristian: Bei Steffen war es sowieso so, aber auch uns als Label wurde zum Beispiel von jedem großen Club in Ibiza eine wöchentliche Residency angeboten. Da haben wir uns dann wirklich überlegt, ob es zu uns passt, ob das Innervisions ausmacht. Was macht die Partys aus, die wir veranstalten? Die Frage ist auch, wie es in der Außenwirkung aussieht, wenn man jede Woche in den großen Clubs von Ibiza Partys macht, auf die man eigentlich keinen allzu großen Einfluss hat. Wäre dann eine Innervisions-Party noch etwas besonderes? Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, dort zwar präsent zu sein, aber eben nicht als Residents. Man muss immer abwägen, ob es das Wert ist. Natürlich gibt es Summen, bei denen viele Leute schwach werden. Es gab jetzt zum Beispiel ein Festival in Holland, bei dem die Veranstalter unmoralische Angebote gemacht haben. Wir finden dieses Festival aber scheiße, also haben Steffen und ich „nein“ gesagt. Das eine Festival zahlt bestimmt doppelt so viel Gagen. Aber so what? Es ist ja jetzt nicht so, dass wir gar kein Geld verdienen.

Dixon: Natürlich merken wir schon deutlich, dass sich über die vergangenen Jahre die Gagen für uns wahnsinnig toll entwickelt haben, sodass man davon ein wirklich gutes Leben führen kann. Zumindest aktuell. Die Haltbarkeitszeit eines DJs ist ja nirgends festgeschrieben. Man muss unmoralische Angebote nicht annehmen. Manche Sachen aber auch einfach, um sie einmal gemacht zu haben. Ich habe zum Beispiel vergangenes Jahr auf Ibiza einen Gig gespielt, obwohl das eigentlich nicht mein Ding war, ich aber dachte: „Du musst das mal gemacht haben.“ Wir haben uns oft Gedanken gemacht, was uns eigentlich dahin gebracht hat, wo wir jetzt sind und haben dabei festgestellt, dass wir Sachen eben einen Tick neben der Spur machen. Und Ibiza ist definitiv nicht neben der Spur. Ich möchte momentan kein Bestandteil dieser Maschinerie sein, die ich dort auffinde. Vielleicht macht ja im nächsten Jahr einen Club auf, der anders funktioniert, aber aktuell möchte ich das nicht.

Welchen Einfluss hat denn das Medium, mit dem ihr auflegt, auf euer DJing?

Kristian: Gar keinen. Ich glaube, dass wir zu alt sind, um uns noch über das Medium zu unterhalten. Entscheidend ist doch, was durch das Medium transportiert wird.

 

„Wir sind zu alt für diese Vinyl-Digital-Diskussion. Entscheidend ist doch, was durch das Medium transportiert wird.“ Kristian (Âme)

 

Dixon: 99 Prozent der Vinyl-DJs, die ich höre sind scheiße und auch 99 Prozent der Digital-DJs, die ich höre sind scheiße. Es ist also egal. Oder anders gesagt: Die DJs, die ich gut finde, unterscheiden sich nicht über das Tool, das sie wählen.

Ich würde schon behaupten, dass es mit Platten schwieriger ist. Man muss viel mehr um die Ecke gehen, hat ja zum Beispiel keine Loopfunktion, wenn man nicht gerade ein zusätzliches Loopgerät nutzt. Außerdem gibt es Unwägbarkeiten, wie springende Nadeln oder falsch aufgebaute Plattenspieler. Das macht es dann schon komplizierter.

Kristian: Für mich ist beispielsweise der neue Pioneer CD/USB-Spieler, der 2000er Nexus, dem Plattenspieler allein sound- und performancemäßig überlegen. Bei einer Party in London tropfte es kürzlich wirklich sechs Stunden lang von der Decke herunter, das Ding war nass, aber hat einfach funktioniert. Wäre das gleiche mit Platten passiert, es wäre eine Katastrophe gewesen.

Ihr legt mitunter vier Mal die Woche auf. Was für Auswirkungen hat dieses hohe Pensum auf eure Sets?

Dixon: Ich habe irgendwann mal eine gewisse Lockerheit entwickelt. Es gab eine Zeit, als ich angefangen habe Primetime zu spielen, da hat mich das ein bisschen genervt, weil ich mich eigentlich immer für einen echt guten Warm-up-DJ gehalten habe. Plötzlich war ich in dieser Primetime-Situation und konnte gewisse Sachen nicht mehr spielen oder dachte zumindest, sie nicht mehr spielen zu können. Das wurde dann abgelöst von einer Phase, in der ich gemerkt habe, dass die Leute ja eigentlich wegen mir da waren. Ich dachte: „Egal, was ich am Anfang mache, die rennen mir nicht weg.“ Die haben gerade vielleicht zehn, fünfzehn oder zwanzig Euro Eintritt bezahlt, die sind auch gewillt, ihren Abend hier zu verbringen. Ich muss mich also nicht selbst unter Druck setzen, weil ich gerade Primetime spiele, sondern ich weiß, dass es easy ist. Was auch immer ich vorhabe, kann ich erst einmal tun. Ich krieg die dann schon. Das ist so eine gewisse Lockerheit, die ich durch so eine intensiven Tourschedule erst erlernt habe. Gleichzeitig führen 150 mal Auflegen im Jahr irgendwann dazu, dass man glaubt abzustumpfen. Sehr oft ist es aber so, dass gerade die härtesten Wochenenden auch den besten Gig haben und man eigentlich in den extremsten Situationen auch den größten Spaß hat.

Kristian: Weil man wahrscheinlich auch am Wenigsten erwartet.

Dixon: Ganz fair muss ich auch sagen, dass es für mich halt irgendwann zu einem Beruf geworden ist, den man auf eine gewisse Weise dann auch erfüllt. Das bedeutet, wenn ich beispielsweise nach Japan – eines meiner Lieblingsländer – komme, reise ich nicht schon drei Tage vorher an und drei Tage später erst wieder ab. Ich komme meistens am Tag der Performance an, möglichst spät, überspringe auch sehr gerne das Essen mit den Promotern. Ich bin lieber noch drei Stunden mit meiner Familie zu Hause, als drei Stunden in einem wahrscheinlich extrem teuren Restaurant mit interessanten Menschen. Das wiegt das Zuhause nicht auf. Ich habe auch gelernt, vor und nach dem Gig direkt ins Hotel zu gehen. So ein Tourschedule hat schon bewirkt, dass man eine starke Professionalisierung an den Tag legt. Auch wenn es dann manchmal den Eindruck hat, dass ein Geselligkeits- und Partyverhalten abhanden gekommen ist und das den Job in gewisser Weise auch schlechter werden lässt.

Dass man nur noch, wie es DJ Koze mal so schön gesagt hat, die EC-Karte durchs Mischpult zieht.

Dixon: So ein starkes Tourschedule führt einfach dazu, dass man sich weniger den schönen Begleitumständen aussetzt, wo man halt auch Gefahr läuft abzustürzen. Man wird fokussierter auf die eigentliche Performance.

Kristian: Manche Promoter, die viel Herzblut und viel Geld in so eine Veranstaltung gesteckt haben, fühlen sich dann vor den Kopf gestoßen. Die denken, man ist zu abgebrüht und will nichts mit denen zu tun haben.

Dixon: Bei dir ist das aber nicht so. Neulich habe ich von einem italienischen Promoter gehört, dass du einer seiner Lieblings-DJs bist, er aber noch viel lieber mit dir essen geht, weil du der größte Entertainer der Welt bist und die besten Geschichten auf Lager hast. (lacht)

Kristian: Ich bin da aber auch vorsichtig und gehe früher ins Hotel zurück und eben nicht mehr mit auf die Afterhour. Das ist ja nicht gleichbedeutend damit, dass wir etwa unser Herzblut für die Sache verloren haben, aber jeder versucht am Leben zu bleiben in dem ganzen Wahnsinn. Das viele Reisen, wenig Schlaf, außerdem haben wir eine Familie zuhause. Man muss rein körperlich am Leben bleiben und dadurch setzt man dann die Präferenzen doch anders.

Dixon: Aber es beeinflusst schon auch unsere Sets. Ich glaube, dass ich noch nie mein drittes Set an einem Wochenende soft begonnen habe. Es ist schon so, dass man sich in einem anderen Gemütszustand befindet, wenn man schon zwei Gigs gespielt hat, eventuell auch zweimal richtig Spaß hatte und zweimal richtig getrunken hat.

Es ist ja üblich, dass DJs auf den meisten großen Partys jeweils zwei Stunden lang auflegen. Warum spielt ihr meistens drei Stunden?

Dixon: Ich habe irgendwann gemerkt, dass die Sets sich bei zwei Stunden Spielzeit irgendwann anfangen zu überschneiden. Wenn man bei uns von etwa zehn Stücken pro Stunde ausgeht, dann spielen wir in einem Zweistundenset maximal zwanzig Stücke. Dann gibt es unsere zehn Lieblingsstücke, zum Beispiel auch Platten, die auf Innervisions anstehen, die wir eigentlich immer spielen, bleiben also noch zehn andere, die sich abwechseln. Das ist nicht allzu viel.

Kristian: Stochastisch gesehen sind es nicht die gleichen Sets. Selbst wenn man die gleichen Tracks in einer anderen Reihenfolge spielt wird es ein anderes Set.

 

Âme (Foto: Lars Borges)

Âme

 

Wie sehr unterscheiden sich denn eure Club-Sets von euren Sets auf großen Festivals?

Dixon: Ich würde schon sagen, dass wir es uns erarbeitet haben, dass es keinen großen Unterschied gibt. Bis vor etwa zwei Jahren dachte ich schon noch, dass ich auf einem Festival anders performen muss. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich auch da lockerer sein kann. Vielleicht kann ich mir da nicht zu viel Zeit lassen, gerade weil es ja noch andere Bühne gibt und die Leute schon die Chance haben, noch andere Sachen auszuchecken. Aber ich muss mich deshalb nicht total verbiegen. Wenn ich das so mache, funktioniert es auch. Was eher einen Einfluss hat, ist die veränderte Wahrnehmung der Leute. Wie oft denke ich, wenn ich nach einem anderen DJ anfange: „Yo, eigentlich ganz cool gerade, ist ja fast easy jetzt anzufangen, ist ja genau mein Ding“, bis ich dann merke, dass der DJ vor mir bei 130 BPM war. Auf einem großen Open-Air empfindet man schnellere Sachen einfach langsamer.

Es gibt ja die Faustregel: Je größer der Raum, desto schneller muss die Musik sein!

Kristian: Man steht einfach auch viel weiter weg vom Publikum. Es ist schon ein ganz anderes Gefühl, auf einer Bühne zu stehen, als im Club auf einem Level mit den Leuten. Es gibt keine wirkliche Interaktion. Außer vielleicht die Laola-Wellen.

Nicht nur ihr selbst, sondern auch die Club- und Veranstaltungsszene allgemein ist in den vergangenen Jahren professioneller geworden. Woran macht sich das für euch bemerkbar?

Dixon: Ist man mal ehrlich, dann hört man heutzutage kaum noch eine schlechte Anlage. Das Equipment, besonders, wenn man mit CD-Player spielt, ist fast immer in Ordnung. In der Woche nachdem ich von den Resident Advisor-Lesern auf Platz 1 der DJ-Charts gewählt wurde, haben mich wahnsinnig viele Leute kontaktiert, die meinten, dass sich ja jetzt meine Bookings völlig verändern würden. Aber ich spiele ja weiterhin in den gleichen Clubs. Letztendlich spielen wir in vielen Ländern seit Jahren für dieselben Leute. Ich weiß vielleicht nicht, wann ich das nächste Mal in Japan sein werde, ich weiß aber ganz genau, in welchem Club ich dann wieder spielen werde. Ich spiele ja auch im Robert Johnson oder auch in Lissabon spielt man ja mindestens seit acht Jahren im gleichen Club. Sechzig Prozent der Dinge haben sich wirklich gar nicht geändert, egal, wie sich um einen herum alles ändert. Ich glaube, dass es vor allem die Festivalebene ist, die sich seit etwa drei Jahren ganz krass verändert hat.

Wie plant ihr denn eure DJ-Bookings?

Dixon: Naja, erstmal plant man die sowieso mit jemandem zusammen, einer Bookerin, die sich vielleicht in gewissen Gegenden besser auskennt. Dann gibt es natürlich eine Länderquote. Man schaut also schon, dass man nicht zu oft in bestimmten Gegenden ist. Eine Festival- und Clubquote gibt es eigentlich nicht. Das ergibt sich dann immer abhängig von den Jahreszeiten. Im Sommer gibt es extrem viele Festivalangebote, die man auch gerne annimmt. Man freut sich dann aber auch, wenn man zwischen Herbst und Frühling wieder mehr im Club spielt.

Das bedeutet, dass ihr im Sommer eigentlich gar nicht mehr in Clubs spielt?

Dixon: Fast gar nicht, genau. Außer du bist in Ibiza. Es sind schon extrem viele Festivals im Sommer, ja. Da kann auch gar nicht mehr viel hinzukommen. Es ist egal, wie viele Festivals da noch aus dem Boden schießen, da geht eigentlich nicht mehr. Ich habe im letzten Jahr zu viele Gigs gespielt. Ich muss 2014 weniger spielen.

Achtet ihr darauf, dass ihr regelmäßig zusammen auf Partys spielt?

Dixon: Man achtet da schon ein bisschen darauf. Mindestens einmal im Monat machen wir irgendwo eine Sause zusammen.

Kristian: Man muss eher aufpassen, dass es nicht zu viel ist.

Dixon: Ich frage mich auch manchmal, warum manche Clubs gleich Dixon und Âme zusammen buchen müssen. Wir haben schließlich zu 95 Prozent dieselben Fans, warum wollen die immer gleich beide haben, warum reicht denen nicht einer von uns? Das würde sie ja schließlich auch wesentlich weniger kosten.

Ist es in eurer Wahrnehmung nicht so, dass ihr kaum mehr schlechte DJ-Sets habt, gerade weil ihr ja fast ausschließlich für Headline-Spots gebucht werdet? Die Leute gehen auf die Partys, um mit euch zu feiern. Geht man dann nicht aus jedem DJ-Set raus und sagt: Das war eine super Nacht?

Kristian: Da sind wir, denke, ich viel zu kritisch, um so etwas zu sagen.

Dixon: Ja, aber prinzipiell stimmt das schon. Wenn ich auf 2013 zurückblicke, dann war ich doch eher überrascht, wenn ein Abend schlecht war. Wenn also nicht unbedingt ich, sondern wirklich der Abend als ganzes schlecht war. Mit sich selbst unzufrieden zu sein, das kommt immer noch regelmäßig vor. Wir haben uns das schon erarbeitet, dass es uns jetzt leichter fällt, einen Primetime-Slot zu bespielen als vielleicht noch vor zwei Jahren. Damals hat man natürlich sein Ding gemacht, aber man hat gekämpft. Jetzt mache ich mein Ding und habe das Gefühl, dass ich die Freiheit habe, zu tun, was ich will.

Gibt es bei euch Moment, an denen ihr denkt, wie absurd dieses Leben von Party zu Party auch mitunter ist?

Dixon: Ich war letztens beim Geburtstag meiner Frau nicht da. Genau da hatte ich das Gefühl, dass es absurd ist, was ich hier eigentlich für ein Leben führe und warum ich das überhaupt tue.

Gerd: Manchmal, wenn ich auflege, frage ich mich, wie lange es wohl noch dauert bis der Schwindel auffliegt. Weil ja im Prinzip auch jeder andere Platten auflegen kann, der das Interesse dafür mitbringt.

Dixon: Das Komische ist: Alle DJs, die nicht gut auflegen, denken, dass das eben nicht jeder machen kann. Wohingegen alle guten DJs denken, dass es jeder machen könnte, weil sie es irgendwie im Blut haben und denken: „Es ist doch eigentlich so einfach!“ So ist es. Es ist für dich extrem einfach, deswegen denkst du, es könnte jeder machen. Es ist eben ein Handwerk.

Kristian: Wenn Frank und ich zurück auf Karlsruhe, unsere Hood, schauen, dann erdet es uns. Da hatte niemand irgendwas damit zu tun. Ich dachte immer, wenn man nach Berlin zieht, dann lebt man nur noch in dieser Techno-Bubble und kommt gar nicht mehr runter. Unser Privatleben hilft uns da auf jeden Fall immer, auf dem Boden zu bleiben. Steffens Sohn und meiner Tochter ist es scheißegal, wie viel Geld wir am Wochenende in irgendwelchen Clubs verdienen. Wenn ich zum Beispiel meine Tochter in den Kindergarten bringe und mich mit der Mutter ihrer Freundin unterhalte, ist so etwas ja überhaupt kein Thema. In solchen Situationen wird es einem dann aber auch bewusst, wie krass das eigentlich ist, was wir hier seit Jahren durchziehen.

Dixon: Ich habe aber auch mindestens zwölf Jahre gebraucht, um zu begreifen, wie privilegiert ich eigentlich bin. Ich habe meinen Eltern zwölf Jahre lang am Ende jeden Monats vorgelogen, wie gut es mir doch finanziell geht. Ich hab auch ganz schön geblutet dafür. Ich weiß schon noch, dass ich einige Male Pfandflaschen in der Wohnung zusammengesammelt habe, um irgendwie über die Woche zu kommen. Das hat eben Mitte der Neunziger dazugehört.

Ihr habt als DJs fast alles erreicht. Wo liegt für euch noch die Motivation?

Dixon: Immer wieder dieses Gefühl zu haben. So toll die Gigs auch sind, diese extreme Befriedigung spürst du nur bei jedem vierten oder fünften Gig. Dass da irgendwelche Sachen zusammenlaufen, die bei mir nicht nur eine wahnsinnige Gänsehaut erzeugen, sondern auch das Adrenalin hochschnellen lassen. Ich hatte jetzt zum Beispiel an Neujahr im Trouw in Amsterdam so einen Abend. Da habe ich ein Fünf-Stunden-Set gespielt und nach zwei Stunden gab es plötzlich so ein Hoch und es war dann zwei Stunden lang einfach unglaublich. Das ist vielleicht der entscheidende Punkt, diese von einem selbst entwickelte Routine, verlassen zu können. Das ist es, was einen antreibt.

  • Disk69

    „Jeder DJ, der nicht mehr als achtzig Prozent aktuelle Stücke spielt, hat seinen Beruf verfehlt.“ … eine solche Aussage disqualifiziert Dixon meiner Meinung nach. Die besten und spannensten House-Nächte habe ich mit Larry Heard, Kenny Dixon Jr. oder auch Jamie 326 erlebt und die haben nicht mehr als 20% aktuelle Sachen gespielt.

  • Dickste Arme

    In der manie wäre ich vorsichtig, umso tiefer die depression!!!
    eure platten kauf ich nicht mehr!

  • Yves

    Ein sehr guter Beitrag!

    Sehr interessant zu lesen!

    Was mich persönlich ein bisschen stört, ist die Aussage, dass man seinen Beruf als DJ nicht richtig ausübt, wenn man nicht mehr als 80% aktuelles Zeugs spielt.

    Wo lieget den die Definiton „aktuell“?

    Ich meine die beiden haben das Privileg aus etlichen unveröffentlichen Tracks Ihr Set zu bilden, demenstsprächend ist das sehr leicht gesagt!

    Persönliche legge ich seit knapp 8 Jahren Platten auf, bin jetzt 24. Habe meine Erfahrungen auch gemacht und muss sagen, dass man nicht gleich jedem Trend hinterher springen muss bzgl. aktuelle Tracks spielen. Im endeffekt machen es die meistens und wenn du deiner „Schiene“ treu bleibst sonderst du dich von diesen ab. Was dir den vorteil bringt, dass du anderst bist, wenn du anderst bist und wenn es im Club funktioniert gibt es die möglichkeiten mehr zu Spielen. Mit der „Schiene“ meine ich nicht stur immer den selben Stiel zu spielen, sondern auch zu experimentiern aber auf seien Art, die einem gefällt ;D

  • Kai

    Das mit den 80% ist schon krass, aber die 99%-Aussage ist für mich der Hauptstreitpunkt. Einfach heftig so was einfach mal in den Äther zu hauen, damit diskreditiert er mehr oder minder eine ganze Szene. Dixon war schon immer mehr als es gesund ist von sich selbst überzeugt. Eine Meinung zu haben ist okay, aber diese mit Selbstüberschätzung dermaßen anzureichern, ist daneben. Innervisions macht gute Musik, aber das Gesamtbild ist dann doch etwas fragwürdig. Hipster!

  • Ben Tauber

    Wunderbares Interview von Musikern, die eine umfassende Expertise aus jahrelangen Erfahrungen mitbringen und definitiv qualifiziert sind, all diese Aussagen zu treffen.

    Danke.

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  • synthnerd3000

    traurig…
    ich habe selten, beinahe noch nie so viel bullshit gelesen..

    geht lieber in die plattenläden und redet dort über musik und djing anstatt solch einen mist zu lesen!

    p.s. der letzte satz sollte nicht das dj – medium werten, man kann genau so gut downloadcodes und cds dort kaufen.

  • Jan

    Obwohl die Musik des Innervision-Labels und auch die der DJ-Sets von Dixon nicht meinen Geschmack trifft, habe ich eigentlich den Aussagen immer viel Positives abgewinnen können, die Dixon in der Vergangenheit in Interviews gemacht hat.
    Die These mit den 80 prozentigen Anteil neuer Platten allerdings wirft bei mir schon die Frage auf, ob er denn so wenig an gutem, alten Material in seiner Plattensammlung hat bzw. kennt!?
    Bei der Aussage, dass 99 Prozent der DJs scheiße waren, die er bisher gehört hat, kann ich nur hoffen, dass er das nicht ernst gemeint hat. Ansonsten ist ihm wohl der Erfolg ziemlich zu Kopf gestiegen.