ILLUM SPHERE Ghosts Of Then And Now (Ninja Tune)

Gar nicht mal so schlechte Alben, die 2013 aus dem Hause Ninja Tune kamen. An vorderster Front natürlich Machinedrum, der sich mit Emika, Raffertie, FaltyDL und Bonobo in prächtiger Gesellschaft befindet. Das neue Jahr darf nun Illum Sphere einleiten. Ryan Hunn aus Manchester hat sich auf der Insel bereits einen veritablen Ruf mit seiner Clubnacht Hoya:Hoya sowie EPs auf Tectonic, Fat City, Young Turks und Martyns Label 3024 erarbeitet. Durch seinen Radiohead-Remix wurde der Heißhunger auf das Debüt nicht gerade kleiner. Ghosts Of Then And Now erzählt die Geschichte eines jungen Produzenten, der sich weder auf einen Einfluss noch auf einen Sound reduzieren lässt. Natürlich ist das Bass-Musik im übergeordneten Sinne, wobei sein swingender HipHop von verschachtelten Rhythmen flankiert wird, die etwa bei der Shigeto-Zusammenarbeit „Liquesce“ sowohl mit Streichern als auch andächtigem Piano an Würde gewinnt. „Sleeprunner“ ist mit mächtigen Synthies und Achtziger-Sci-Fi-Vibes ausgestattet, dass die Brücke zu Blade Runner als keine so unüberbrückbare erscheint. Kopfkino ist das trotzdem nicht, denn bei Illum Sphere sind Jazz-Ideen ebenso verarbeitet wie Vocal-Features von Shadowbox und Mai Nestor. Hin und wieder hinterlassen Stücke wie „Ra_Light“ dann aber doch ein unzufriedenes Gefühl, da Hunn zwar viele Ideen zwischen Glitch, Dubstep- und 2-Step-Beats sowie Drum-Experimenten zusammenbringt, aber eben nicht immer in überzeugender Form. Ein Hingucker ist hingegen das John-Cage-Gedächtnis-Cover der Spanierin Silvia Grav, die sich mit ihren dreckigen Analog-Fotografien als wahre Schatzgrube für elegische Bilder entpuppt.

 


Stream: Illum SphereSleeprunner