INSOLVENZANTRAG Cocoon Club vor dem Aus?

Wie das Amtsgericht Frankfurt am Main heute bestätigte, hat die Betreiberfirma des Cocoon Clubs Insolvenz angemeldet. Der Nachrichtenagentur dapd sagte eine Sprecherin der Cocoon Club GmbH & Co. KG, dass der futuristisch gestaltete Superclub trotz der drohenden Zahlungsunfähigkeit weiterhin geöffnet bleibe. „Die gesamte Mannschaft arbeitet daran, den Club zu erhalten“, sagte sie, „und wir machen natürlich weiter.“ Auf Anfrage der Groove wollte sich die Geschäftsführung der Firma nicht weiter zu den Vorgängen äußern.

Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten bei dem hessischen Vorzeigeprojekt waren schon länger im Umlauf. So machten etwa die beiden angeschlossenen Restaurants Micro und Silk bereits im März bzw. Juli diesen Jahres dicht, nachdem ihr Betreiber, der Spitzenkoch Mario Lohninger, die Mietverträge nicht verlängert hatte.

Nicht betroffen von der Insolvenz sind Sven Väths Label und Bookingagentur, die ebenfalls unter der Marke Cocoon operieren, aber eigenständige Firmen darstellen. Väth sei lediglich als Gesellschafter an der von Matthias Martinsohn geführten Cocoon Club GmbH & Co. KG beteiligt, heißt es in einer Stellungnahme auf der Cocoon-Webseite. Er fungiere als „Visionär, Ideengeber und beratender musikalischer Kurator“ der Firma und sei „am operativen Tagesgeschäft nicht beteiligt“.

Kurz nach den ersten Berichten über die drohende Insolvenz hat sich auf Facebook eine Gruppe mit dem Namen „Save Cocoon Club FFM“ gegründet, die bereits mehr als tausend Unterstützer zählt.

  • Alex

    Naja mein Mitleid hält sich in Grenzen. Ist doch eine generelle Frage ob man sich als Club Großraumdisko oder sonst was versteht. Wenn richtige Clubgänger an der Türe aussortiert werden und die ,,Fanbase´´ die Sven Jahrelang begleitet haben bzw. ihn zu dem gemacht haben aussortiert werden und lieber Banker aus FFM oder Hipster zu einem Publikum gemacht werden sollen diese Leute kommen und gehen. Muss man sich über Glaubwürdigkeit und verlorenes Ansehen in der Szene nicht wundern. Wenn man das musikalische immer mehr aus den Augen verliert und zum ,,Elektro´´ Mainstream wird und der Schein mehr als das Sein zählt auch kein Wunder.Zum Glück gibt es im Raum FFM immer noch Clubs die da ein anderes Ziel verfolgen und sich zwar musikalisch nicht stehenbleiben aber trotzdem ein gewissen Maß an nenne es mal Realness behalten.

  • Alex

    Noch ein Wort zum Thema Mainstream, die elektronische Musik ist ja mittlerweile zu einem ganz normalen Genre in der Musikkultur geworden. Aber das muß nicht heißen das dadurch auch der Anspruch verloren geht. 70 % der Artists sind doch ausstauschbar und keiner würde es merken. Das liegt aber zum Großteil auch am Publikum und wenn irgendwas gepielt wird was nicht in die Szene passt rennen gleich alle von der Tanzfläche oder ziehen eine Fresse hinter ihren Nerdbrillen. AMEN

  • Merowinger

    Sven Väth als Visionär? Das kann sich nicht einmal meine ausufernde Fantasie vorstellen.

  • Alex

    @ Merowinger sehe ich fast genau so. Wenn er es überhaupt mal war was ich aus heutiger sicht anders sehe als noch vor einigen Jahren. Kann ich dir nur Recht geben. Sven kann nur noch 18 Jährige mit seinen Shows beeindrucken. Klingt wie fast alle anderen DJs leider trauen sich nur noch wenige DJs zu experimentieren und mal ein Risiko einzugehen. Aber wie soll man auch raußstechen wenn alle nur noch bei 2 3 Online Mp3 händlern ihre Musik kaufen da klingt ein DJs aus New York genau wie der DJ aus Berlin und Kleinwasauchimmerhausen.

  • Julia

    ich find das ganze ziemlich erschreckend. nicht nur für das cocoon, für die ganze szene im allgemeinen. ich hatte ein paar jahre in berlin gewohnt, dann hat’s mich aber wieder nach köln verschlagen. die rhein-main attitude, die ja auch, denk ich, ziemlich durch dieses ganze sven väth, cocoon, ffm usw geprägt ist (nicht zu vergessen omen, dorian gray), also mir gefällt der lifestyle hier besser. die mentalität der leute ist netter & es ist herzlicher. sicher hat auch die szene hier, gewisse schwachstellen, wurde ja schon einiges angesprochen, verlorene glaubwürdigkeit ect. aber das ist ein herber verlust. nicht nur für ffm. ich seh das ganze aber positiv & freu mich auf einen neuen club, der dann vielleicht wieder schafft, mal wieder den alten glanz oder die alten werte mal n bisschen aufleben zu lassen, natürlich verbunden mit den heutigen must’s.

  • hui

    hui, wilde Kommentare.

    „Sven kann nur noch 18 Jährige mit seinen Shows beeindrucken“.
    äh, Hallo? Schon mal das Publikum bei einem seiner Sets im Club gespottet? Vielleicht ist das Problem eher, dass er eben die 18-jähirgen nicht erreicht und die lieber auf Guetta, Skrilldings und all die anderen abfahren. Gut recherchiert der Herr.
    weiter geht’s:

    „Aber wie soll man auch raußstechen wenn alle nur noch bei 2 3 Online Mp3 händlern ihre Musik kaufen da klingt ein DJs aus New York genau wie der DJ aus Berlin und Kleinwasauchimmerhausen.“
    Also im Fall Sven ist mir neu, dass er bei zwei, drei, Online-Stores seine mp3 kauft. Und sie dann auf Vinyl pressen lässt oder wie?

    „Noch ein Wort zum Thema Mainstream, die elektronische Musik ist ja mittlerweile zu einem ganz normalen Genre in der Musikkultur geworden. Aber das muß nicht heißen das dadurch auch der Anspruch verloren geht. 70 % der Artists sind doch ausstauschbar und keiner würde es merken. Das liegt aber zum Großteil auch am Publikum und wenn irgendwas gepielt wird was nicht in die Szene passt rennen gleich alle von der Tanzfläche oder ziehen eine Fresse hinter ihren Nerdbrillen.“

    Da wird munter gemischt ;) Die Nerdbrillen sind doch die, die in Deine beschriebenen Clubs gehen, „die da ein anderes Ziel verfolgen und musikalisch nicht stehenbleiben aber trotzdem ein gewissen Maß an nenne es mal Realness behalten.“

  • Alex

    @ hui

    “Aber wie soll man auch raußstechen wenn alle nur noch bei 2 3 Online Mp3 händlern ihre Musik kaufen da klingt ein DJs aus New York genau wie der DJ aus Berlin und Kleinwasauchimmerhausen.”….

    war nicht auf sven väth bezogen nur eine allgeime feststellung

  • Alex

    denke ist aber der falsche ort um dieses zu diskutieren. aber vielleicht mal ein denkanstoss an die grooveredaktion über diese entwicklung. habe aber die befürchtung wird wohl nicht weit kommen da eine krähe der anderen …..

  • Zwerghain

    Cocoon? Das versteht & interessiert hier in Berlin keine Sau. Hier konzentriert man sich auf die Kunst, Freunde, Förderer.

  • Frank@Karlsruhe

    Hi,
    also zu aller erst muß ich sagen das ohne den Sven das Feiern oder besser gesagt die ganze Szene sich niemals so schnell entwickelt hätte wie es geschehen ist. Weiterhin könnt Ihr, egal wo auf dieser Welt ihr in einen Techno Club geht den Namen Sven Väth erwähnt, auf Respekt stoßen werdet. Hut ab vor so einer Leistung.
    Das sich heute alles nur noch um Geld dreht (money rules the world
    ) und das auch irgendwann beim Underground ankommt ist für mich selbstverständlich. Siehe Ibiza früher war es für Freaks und Aussteiger heute ist es Feiern für gut betuchte (meiner Meinung nach)denn 50€ Eintritt zu bezahlen und noch soweit zu reisen finde ich einen Hohn. Aber thats life!!!!!!
    Und eines weiß ich gewiss hat der Sven Lust „gude Laune“ etc. rockt er das Haus als gäbe es keine Boshaftigkeit auf dieser Erde. Das er das nach 20 oder 25 Jahren nicht mehr tagtäglich abliefern kann muß jedem der in dieser Szene feiern war klar sein.

    so genug jetzt thanks PAPA for Party and keep the vibe alive

  • BENDER

    GEIL gemacht war der Laden auf jeden Fall!!!

    Feierei ist ein Geschäft wie jedes andere auch – es gibt sie noch, die Idealisten, klar – aber willst´de was reisen, mußt´de dich verkaufen. So ist das in unserer Welt und in der Techno-/Houseszene jetzt nix neues. Der Verkauf findet schon seit dem Hype Mitte der 90er statt. Letztlich will jeder von was leben. Alles was wirtschaftlich Menschen ernährt, ist am Ende eine Firma. Ums einfach mal nüchtern zu betrachten.
    Man lese das Statement vom Väth auf der Cocoon-Homepage. Mehr muß man nicht sagen.
    Das Konzept, dass Ganze auf eine neue Ebene zu heben oder besser gesagt den Lifestyle zu verändern und so zu verkaufen, passt einfach mit dem Gebotenen nicht zusammen. Die Säulen auf denen diese Szenen aufgebaut ist, kommen nicht aus der hier praktizierten Lifestyleveränderung, die kommen wo anders her.
    Hätte/n Er/Sie eigentlich wissen müssen.

    Ein Club funktioniert am besten, wenn Personen wirtschaftlich nicht davon abhängig sind – also lediglich als Plattform dient.

    Kunst, Freunde, Förderer.
    THAT´S IT!!!

    Naja, jeder liegt sicher mal daneben
    Nice time

  • Dr. Snuggels

    Game Over – insert coin – try again – Manche Projekte laufen und andere eben dauerhaft nicht – lange kann man nach Gründen suchen – Concept in Frankfurt/Deutschland einfach nicht umsetzbar?? Von Anfang an falsch kalkuliert?? Annyway – Der Sven steht für diese Musik wie kein anderer und hat auch heute 2013 musikalisch keine Fädern lassen müssen sondern liefert immer noch mit der Musik mitgewachsen geie Sets ab. Denk er wird sich jetzt vermehrt auf seine Cocoon – Veranstaltungsreihe mit vertrauten Partnern konzentrieren – es wird ihm nie an bookings mangeln und wir werden ihn nie mit Talla und Taucher im A65 hören müssen. Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt dann frag nach Tequila – es geht immer weiter bei ihm