RYAN DAVIS Particles Of Bliss (Traum)

Die dunklen Pianoakkorde der ersten Sekunden dieses Albums irritieren erst einmal. Müsste jetzt nicht Lana Del Rey etwas über sexuelle Hörigkeit und Videospiele singen? Doch der musikalische Fluss von „The Enchanted Garden“ biegt schnell ab, tröpfelt in ein feines Stück Ambient-Pop. Die Particles Of Bliss des Berliners Sebastian Waack alias Ryan Davis bergen jede Menge solcher milden Verfremdungsmomente, die sich aber letztlich immer in ein lichtes Wohlgefühl übersetzen. Davis hatte bislang keine wirkliche Heimat bei einem bestimmten Label. Dass sein Debütalbum auf Traum erscheint macht aber Sinn. Sein detailverliebter, dabei aber immer satter und feinpolierter Sound passt perfekt zwischen die profilierten Label-Acts wie Extrawelt, Minilogue und Dominik Eulberg. Anders als letztere neigt Davis allerdings weniger zu kleinteiligen Klangminimalismen denn zu ergiebigem Schwelgen in organisch warmem Synthesizer-Sound. Auch wenn die Tracks bis auf Intro und Schluss auf ein solide pumpendes Beatgerüst bauen, liegen Davis’ Leidenschaft und Können doch klar in der Melodik. Weite Spannungsbögen, umarmende Gesten, komplexe Euphorie. Güldene Rave-Sonnenaufgänge, mal auf feuchten britischen Sommerwiesen, mal auf der Terrasse einer Großraumdisco auf Ibiza.

 


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