GILLES PETERSON Masterpiece (Ministry Of Sound)

Angeblich hat die Zusammenstellung dieser Dreifach-CD knapp zwei Jahre in Anspruch genommen. Eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass Gilles Peterson auch mal eine Stunde vor seinen Clubsets CD-Rs für den jeweiligen Auftritt brennt. Kann man aber auch auf dem Pluskonto eines DJs und Radiomanns eintragen, denn nur selten enttäuscht er dann, wenn es gilt, Tänzer auf seine musikalisch sehr diversen Reisen mitzunehmen. Und diese leben nun einmal vom Moment und schnellen Wechseln. Spontanität ist bei solch einem Titel und dem damit verbundenem Anspruch – dem Meisterstück! – natürlich eher nicht gefragt. Aufgeteilt in die Phasen „Dusk“, „Dawn“ und „Twilight“ hat sich Peterson ganz dem ihm als Compilation-Fachmann bekannten Format angenommen, und zwei Mixes aufgenommen, die mehr im Club zu Hause sind, sowie eine Ansammlung von zeitlosen Lieblingsstücken, die dann im Zwielicht oder zu jeder Tageszeit gehört werden können. Während CD 1 mit Tunes von Scuba, Prommer & Barck, Mr Raoul K, SBTRKT oder Jacques Greene sehr nah an den Housemusik-Parts aktueller Peterson-Sets dran ist und den aktuellen Clubsound festhalten und CD 3 gut als Ersatz für vergessene Vinyls von Klassikern Marke Roy Ayers, Leena Conquest, Soul II Soul und Young Disciples dient, hat es der „Dawn“-Mix in sich und zeigt sehr gut, was der von Peterson geprägte Spruch vom „joining the dots“ meint. So kann man Peterson in kleinen Clubs oder bei seinen eigenen Festivals auflegen hören – wenn er in guter Stimmung ist, genug Zeit und Muße für Aufbau, Dramaturgie und Klimax hat, abseits von Eineinhalb-Stunden-Sets, die gleich auf den Höhepunkt kommen müssen. Nicht unbedingt das eine, aber auf jeden Fall ein weiteres Meisterwerk.