Word Of Mouth

Eine ziemliche Überraschung, dass der Stuttgarter Martin Eyerer erst jetzt das Kapitel Künstleralbum für sich aufmacht. Sicherlich ist dieses Faktum unter anderem der Tatsache geschuldet, dass Eyerer bislang vor allem als Studiopartner mit Chopstick, Namito oder Oliver Koletzki die DJ-Cases füllte. Auf seinem ersten Longplayer geht Eyerer stilistisch kein Risiko ein, und wer Minimaltech auch mit etwas barockem Zierrat zu genießen vermag, wird mit Word Of Mouth keine bösen Überraschungen erleben. Club dedication ohne Ende, heißt die Devise, doch die besondere Qualität der zehn Tracks liegt darin, dass Eyerer in diesem klanglich eher eng umrissenen Metier ein mehr als abwechslungsreiches Album zu schaffen weiß. Vom reduktionistisch perkussiven Dubtrance-Zirkellauf „Furthermore“ über das subsonische Snare-Drama des „Decent Track“ bis zu „Cave Canem“ mit seinem asymmetrischem Acpop-plus-Spieluhr-Effekt etabliert sich Eyerer als einer der wichtigsten deutschen Botschafter modernen Technos. Ergänzt wird das Album gleich noch mit einer gemixten Kling-Klong-Labelcompilation aus dem Hause Eyerer. Full-Service-Paket nennt man das wohl.

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