Wolfgang Amadeus Phoenix

Damit ihnen selbst nicht langweilig wird und ihrem Publikum ebensowenig, haben sich Phoenix offenbar der permanenten Umwälzung des eigenen Entwurfs verschrieben. Nachdem sie zu Beginn der nuller Jahre mit United und Alphabetical diesen smoothen Gitarrenpop erfunden hatten, der zum ersten Mal in der Geschichte solcher Musik die Begriffe „unscheinbar“ und „glamourös“ gleichzeitig erklingen ließ, begannen sie vor drei Jahren mit It’s Never Been Like That damit, das Sounddesign zu verändern. Wolfgang Amadeus Phoenix klingt schon wieder sofort nach Phoenix, und gleichzeitig ganz anders, denn auf Britpop lässt das Quartett aus Versailles nun Disco folgen. Natürlich nur als Haltung: Zusammen mit Philippe Zdar, der als Hälfte der Frenchhouse-Ikonen Cassius berühmt wurde, jammen sie unter Vorgabe der für Phoenix typischen Parameter Eleganz und Nonchalance unterm weiten Himmelszelt. Und die Sterne funkeln. So leuchten hier neue Phoenix-Hymnen wie „1901“, „Countdown“ und der Ultraleichtflieger „Fences“ in einem besonders hellen Licht, während lange Instrumentalparts wie etwa auf „Love Like A Sunset“ der Liedsammlung eine anziehende Tiefe mitgeben. In diesem Jahr ist es an der Zeit, „glamourös“ mit „glamourös“ zusammen zu denken, wenn es um Phoenix geht.

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