White Album

Das Debüt-Album des 28jährigen Ex-Fehmarner-nun-Kölners Jens-Uwe Beyer beginnt dank des bereits ausgekoppelten „No Doubt" mit einem ziemlichen Paukenschlag. Aus einer popambient-geprägten, melancholischen Britpop-Ballade, bei der man unweigerlich an Closer Musik denkt, entwickelt sich unter stetiger Steigerung ein großraumsüchtiges Ravetrance-Monster, das für die übrigen Tracks die Messlatte verdammt hoch legt. Doch keine Angst: Dieses Händchen für die magischen Momente an der Schwelle zwischen Track, Song, Tanzfläche und Pop, die große Clubhits auszeichnen, hat Beyer auch im Folgenden. Egal ob er die fühlbare Spannung von „Tremolo" mit einem Pianoschaffel-Einschub auflöst, sich im Modernist-inspirierten „Still" mit der Bassgitarre nebenbei noch vor New Order verbeugt, mit „Light" oder „Mother Earth" gleichsam retromäßige wie moderne Synthiepop-Höhepunkte setzt oder mit dem symphonischen Acpop von „Kapital" brilliert: So sinnlich und schwermütig hat man noch selten tanzen können! Mit „Jasminstrauch" und „Taken" ergänzt Popnoname, seit drei Jahren regelmäßig bei den Popambient-Compilations der Nachbarn von Kompakt vertreten, dann noch zwei ambiente Fantasien zu einem in jeder Hinsicht bemerkenswerten Album.