When Horses Die

“When horses die, they breathe, when grasses die, they wither, when suns die, they go out, when people die, they sing songs.” (Welimir Chlebnikow, 1885 – 1922) Dass Thomas Brinkmann gerade dieses Gedicht des Mitbegründers des russischen Futurismus’ als Ausgangspunkt seines neuen Albums nimmt, sagt so einiges über die derzeitige musikalische Präferenz des Kölners aus. When Horses Die sprengt – wie schon sein Ester-Brinkmann-Projekt Anfang der 2000er-Jahre – den stilistischen Referenzrahmen, diesmal zugunsten eines morbpopen Stillstands mit extrem düsteren Songskizzen, und Brinkmanns lethargischer Flüstergesang vermag eine Verwandtschaft zu Nick Cave, Tuxedomoon oder Suicpope kaum zu leugnen. Doch während Brinkmanns Zusammenarbeit mit Suicpope-Frontmann Alan Vega vor zwei Jahren (12-Inch „Diamonds, Furcoat, Champagne“ auf Max-i) noch der Terminologie des Minimal-Technos folgte, trennt sich When Horses Die gänzlich von den Konventionen der Tanzfläche – von letzten Erinnerungen wie dem perkussiven Schaffelbeat „Souls“ oder den Acpop-Anleihen bei „2 Suns“ mal abgesehen. Auch wenn nicht jeder Brinkmanns offenkundige Faszination für das Thema Tod wird teilen können: Spannend ist das allemal.

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