Western Union

Große Retrospektive im Hause Playhouse: von der Alter Ego und Sensorama Hälfte Jörn Elling Wuttke zusammengestellt, fasst „Western Store“ eine Auswahl des 12-Inch-Schaffens von Rajko Müllers Isolée als Werkschau zusammen und stellt so eine logische Verbindung zwischen den bepopen großen Longplayern „Rest“ und „We Are Monster“ dar. Die Auswahl umfasst dabei frühe Perlen wie das düster verzahnte „Cité Grande Terre“ oder das wunderschöne „Bleu“ mit seinen elegischen Vocals und der für Isolée so typisch funkelnden Leichtigkeit. Aber auch die jüngste Playhouse-Maxi „Lost“ findet sich hier, ebenso wie der Überhit „Beau Mot Plage“ in der Freeform-Five-Version, die mit ihrer luftigen Verspieltheit noch einmal vor Ohren führt, was diesen Track so überaus erhaben macht. Und wie schon bei „Rest“ erstaunt auch hier wieder die Zeitlosigkeit des Materials, dessen reine Schönheit sich nicht anhand von musikalischen Referenzpunkten verorten lässt, sondern einfach nur als Ausdruck eines Entwurfs von Tanzmusik steht, der immer die Offenheit von musikalischen Strukturen betont und gerade das Ausgefranste, das Gebrochene immer in die Tracks hineinholt. Dass in Isolées Musik trotzdem immer auch eine ganz tiefe Liebe zu Disco verankert ist, davon zeugt auch „Western Union“ mit seiner abstrakten Deepness und warmen Melancholie. Mehr als nur eine Fußnote.

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