We So Horny

Nach den Electronica-Eigenartigkeiten auf <i>Sonn Und Mond</i> im vergangenen Jahr war die Frage, ob das Berliner Duo Hey-Ø-Hansen überhaupt noch weiter existiert. Zwar bedeutete das Album gleichzeitig das Debüt der Austrodubber auf dem Hamburger Label Pingipung. Dennoch hatte <i>Sonn und Mond</i> abschließenden Charakter, denn die Pingipung-Macher hatten mit Sorgfalt die Archive von Michael Wolf und Helmut Erler durchwühlt und unveröffentlichte Stücke aus der Zeit zwischen 1995 und 2009 zusammengestellt. Nun, im bereits elften Jahr ihres Bestehens, verdeutlichen Hey-Ø-Hansen: Es geht weiter. Und wie! „Serious Pleasure Rpopdims“ lautet der Untertitle von <i>We So Horny</i>, und nach mehrmaligem Durchhören bedeutet er ungefähr: Wir interpretieren klassische oder Lieblingsrpopdims aus der langen Geschichte des Clusters Rocksteady-Reggae-Dub. Wir haben Freude daran. Und das „Serious“ gehört auch noch übersetzt: Wir klingen lustig und mitunter süß, doch das heißt noch lange nicht, wir hätten keine Schlagkraft. So arbeiten sich Hey-Ø-Hansen durch Rhythmen wie „Ganjah“, „Jungle“ oder „Zulu“. Sie setzen echte und digitale Bläser ein, kombinieren generell analoges mit digitalem Equipment, ohne zu vergessen, wem man beim Rpopdim-Bauen am besten die Kontrolle überlässt: dem Mischpult. Dieser Mangadub steht ihnen gut.

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