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Debüt-Mix aus dem Hause Minilogue – und was für einer. Sebastian Mullaert, der DJ des schwedischen Produzentenduos, ist ein imposanter Streich gelungen. Unter Verzicht auf Laptop-DJ-Krücken und kraft der herkömmlichen handwerklichen Methode, gräbt Mullaert über zwei CDs hinweg den Acker elektronischer Tanzmusik ohne stumpfen Imperativ um. Der erste Teil konzentriert sich einer Aufwärmphase gleich auf Klanglandschaften, Ambient, Krautgefrickel und die melodiöse Seite von Minilogue. Dabei wird es immer wieder unterbrochen durch wunderbare Ausreißer etwa von The Mole, dem Black Jazz Consortium oder das epische „Silent State“ von STL, das Mullaert imponierend aus einem seiner eigenen, hier zahlreich enthaltenen Exklusivtracks schält. Kurzum: wie James Holden bei seiner DJ-Kicks, aber ohne die inflationäre Verwendung von Indiebands. Tempo und Druck erhöht der Mix auf der zweiten Hälfte, die durch Joe Claussells Drums, den choralen Wahnsinn des Âme-Remixes für The Machine, Cobblestone Jazz, Mike Dehnert und Afrotechno bestimmt wird. Das alles schiebt Sebastian Mullaert mit einer Leichtigkeit, Frische und vor allem mit Charakter rein und raus, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Exzellenter Mix fernab öder Industriestandards.

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