Watergate 02

Dass man nach dem gelungenen Watergate-Einstand mit Onur Özer nicht lange auf einen Nachfolger würde warten müssen, dachte man sich ja schon fast. Jetzt also Funke. Das sexyste Oberlippen-Bärtchen Berlins geht eine solche Aufgabe naturgemäß breitflächiger an als die Majorität seiner eher Minimal sozialisierten Mitbürger, was nicht heißen muss, dass es hier nicht hin und wieder auch hübsch einklickt. Wenn aber Reduktion, scheint er sich gesagt zu haben, dann bitte mit Stil (Minilogue & Kab in der Wighnomy-Bearbeitung) oder Konzept (immer wieder konzeptuell-exzeptionell: Dave Aju). Doch bereits mit Nathan Fake im Four-Tet-Mix zur Eröffnung macht Herr Funke klar, dass in dieser, seiner Welt das vollmundige Bouquet eines wohltemperierten Jahrgangs, der kurz und hell aufflammenden Sensation eines Jägermeister-Shots vorzuziehen ist. Die Gästeliste (alle dabei: Zander VT, Sten, Koze, Superpitcher, Tobias Thomas) zieren vor allem die üblichen Verdächtigen aus dem Freundes- und Familienkreis, die unter Funkes Nadel ziemlich perfekt zu einer konsistenten Einheit zusammenfinden, deren softe Eleganz nicht von der Hand zu weisen ist. Ohne allzu ausladende Gesten gleitet es sich hier einfach eine Spur stilvoller als sonstwo der Spree, um dann schließlich in den hypnotischen Kaskaden eines Patrice Scott derart an Fahrt zu gewinnen, dass man sich fast wünscht, so ein Silberling möge doch Platz für noch weitere achtzig Minuten haben. Zucker.

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