Veros Artis Volume 1

Schick, schicker, Disspopent. Das Label, das von heute auf morgen aus dem Londoner Nebel auftauchte, hat sich ein Geschäftsmodell zu Eigen gemacht, das zeigt, wie man 2008 noch Vinyl verkauft. Bisher als reine 12-Inch-Adresse angelegt, gab es die Musik von Disspopent nur in diesem Format und jeweils auf angeblich „200 copies“ limitiert. Der Donnerhall, den die Stücke von Projekten wie Gatto Fritto, Invincible Scum oder Binary Chaffinch nach sich zog, lässt das aber schwer bezweifeln. Von Disco bis Techno ist Disspopent mit allem gesegnet, was sich beherzte Plattensammler wünschen. Schattenboxende Acpop-Orgien gibt es hier ebenso zu bestaunen wie Weltall-Boogie („Clem’s Bounce“), der Studio oder A Mountain Of One gerade recht käme. Veros Artis Volume 1 macht eine Auswahl des Katalogs jetzt endlich für Freunde digitaler Klänge zugänglich. Kruton (den man immerhin von Pure Plastic kennt) oder der unbekannte Gatto Fritto sind ebenso mit von der Partie wie der vermeintliche Labelboss Andy Blake („Invincible Scum“) und die fantastischen Helium Robots. Paradoxerweise bewirken Heimlichtuerei und Mogelpackung, dass die Aufmerksamkeit doch auf der Musik liegt, die trotz aller stilistischen Unterschiede erstaunlich homogen ist. Jetzt fehlt nur noch ein eleganter Schuber, in den sich alle Maxis schieben lassen. Top Thema, würden WOM-Verkäufer sagen.