Times Like These (1999 – 2006)

Dem Aussehen nach würde man Tyrell hierzulande eher in die Anarchoabteilung oder zu Drum’n’Bass-DJs stecken. Aber man soll Bücher ja nicht nach dem Einband beurteilen. In der Hausbesetzerszene Rotterdams macht er sich jedenfalls gut. Dort steht man ja auch irgendwie sehr auf bewusstseinserweiternde Drogen, Chicago-House, Techno aus Detroit und Italo-Disco. Letzteres treibt Alden Tyrell auf die Spitze. Selten klang Italo-Disco aus Holland authentischer, während die Verwandtschaft zu den Electro-Sounds der amerikanischen West- und Ostküste der frühen 80er nicht verschwiegen wird („Mindless“). Bei den meisten Stücken dieser Werkschau ist weder ein zeitlicher noch ästhetischer Unterschied auszumachen. Stücke wie das fabelhafte „Hills Of Honolulu“ hätten auch gut und gerne vor 22 Jahren entstehen können. Das setzt Tyrell angenehm von der Horde derer ab, die versuchen, die Schrägheit dieser Musikrichtung mit kontemporärem Schlachterverhalten zu vermählen. I-F kann stolz auf seine Zöglinge sein.

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