The Terminal Symphony

Muss kosmisch immer harmonisch sein? Wenn Rene Hells <i>The Terminal Symphony</i> als Annäherung an sphärische Krautexperimente gedacht ist, dann lautet die Antwort eindeutig: Nein. Der Amerikaner Jeff Witscher alias Rene Hell, seit einigen Jahren unter verschiedenen Pseudonymen in der Noise-Szene unterwegs und an zahlreichen Kollaborationen beteiligt, hat auf seinem zweiten Soloalbum für Type knappe, minimalistische Skizzen arrangiert, die zwischen Synthesizerarpeggien, Rauschen und Brummen oszillieren. Die Bezeichnung „Symphony“ ist insofern ernst gemeint, als Witscher einen klar geordneten Aufbau im Sinn hatte, eine Folge von „Sätzen“ statt einer bloßen Aneinanderreihung von Instrumentalstücken. Der Verweis auf klassische Formen mag ein wenig pompös daherkommen, doch das Album hat allemal einen konzisen Spannungsbogen, mit dem Witscher geschickt der Gefahr von Langeweile durch Beliebig- oder Eintönigkeit entgeht. Unter den manchmal zu Lieblichkeit neigenden Vertretern eines „Dialogs“ zwischen klassischer und elektronischer Musik optiert Rene Hell klar für sperrigere Klänge, ohne sich auf unzugängliche Experimente zurückzuziehen.