The Return Of Joe Lewis

Das Werk und Schaffen von Joe Lewis ist lepoper nicht ganz ohne Schatten. Zum einen gab es diese unrühmliche Geschichte, nachdem Lewis ein DAT, dass ihm in England von Jamie Read zu A&R Zwecken ausgehändigt wurde, kurzerhand als eigene Veröffentlichung auf Relief herausbrachte – mit unveränderten Tracktitlen. Jetzt finden sich zwei dieser Stücke von Jamie Read, der übrigens tolle Platten auf Fragmented und Ugly Records auf dem Konto hat, auf diesem Kompendium wieder. Eigentlich hätte Lewis das ja auch gar nicht nötig. Sein früheres Label Target gehört zu den begehrtesten Chicago-Trüffeln, seine späteren Platten für Relief oder Basement 282 tragen immer noch ganz spezielle Fingerabdrücke und auch als DJ soll der Mann auf seinen tollen Partys wie der „Loop Machine“ eine Bank gewesen sein. Schlechte Kinderstube vermuten wir mal. Klammert man „Touch Me“ und „Snoopy Dancin’“ aus, die zum Read-Repertoire gehören, bleiben allerdings immer noch genug saftige, bassgetragene und mit Roland Perkussionen gefüllte Tracks übrig, um eine ganze Rudermannschaft auf dem Chicago River zu beschäftigen. Die vielzitierte Zeitlosigkeit greift hier einmal mehr. Ein dunkler Raum, eine drum machine und ein Keyboard. Daraus speist sich auch Lewis besondere Magie. Sein Minimalismus und der seiner Heimatstadt speist sich nicht aus steifen Hungerhaken, sondern aus dem Gespür zur richtigen Zeit den Fallschirm zu öffnen. Wenn man nur gleiches auch über das Geschäftsgebaren dieser Sippe aus der Windy City sagen könnte.

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