The Hardest Way To Make An Easy Living

Obwohl sich die Spannung nach dem zweiten Streets-Album mittlerweile etwas abgekühlt hat, bleibt eine Veröffentlichung aus dem Hause 679 Records immer noch etwas besonderes. Umso erstaunlicher, dass das neueste Streets-Werk relativ überraschungsarm ausfällt. Mike Skinner gönnt sich wenig Ausbrüche oder düstere mind-bender, wie noch auf dem starken Vorgänger. Hier fügt sich alles höchst homogen ineinander, ohne jedoch übermäßige Ekstase auszulösen. Dabei finden sich auf „The Hardest Way To Make An Easy Living“ immer noch alle Merkmale eines gelungenen Streets-Albums: Die satten Beats sind immer noch state of the art und reiben sich an Skinners sportiven Spoken-Word-Performances über die typisch brüchig-kruden Hooklines. Überhaupt ist der Mann mal wieder in bestechender Form: ein Mangel an guten Stories und humorigen Einlagen herrscht nach elf Songs jedenfalls immer noch nicht. Die krachigen UK-Garage und Grime-Zitate früherer Tage sind mittlerweile einem poplastigeren Anstrich gewichen, in dem Skinners Vorliebe für R’n’B-Produktionen hörbar wird. Immerhin dürften die schöne Gospel-Piano-Ballade „Never Went To Church“, sowie der kongeniale Calypso-Banger „When You Wasn’t Famous“ die meisten Streets-Puristen zufrieden stellen. Bemerkenswert auch die politische Downbeat-Satire „Two Nations“. Dennoch macht „The Hardest Way To Make An Easy Living“ im Gegensatz zu seinen Vorgängern einen eher betulichen Eindruck. Vielleicht muss sich ein derart hochtouriges Konzept irgendwann einmal von sich selbst erholen, um wieder zur alten Frische zurückzukehren.

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