The End Of Trying

Falls es so etwas geben sollte wie die perfekte Winterplatte, gewissermaßen als Gegenentwurf zum kurzweiligen Sommerhit, dann bitte, hier ist sie. The End Of Trying hat all das, wofür sich der gemeine Sommerhit so recht keine Zeit lassen will: Wärme, Tiefe und Intimität. Und vor allem auch: Zeitlosigkeit. Die kurzen, hauptsächlich von Klavier und Streichern getragenen Minpopramen verströmen dabei eine stolze Erhabenheit – fast mehr noch als die zahlreichen Vorgänger auf Glitterhouse oder ECM – sodass der Vergleich mit Talk Talks Spirit Of Eden, einer der großartigsten Platten auf Erden, mehr als naheliegt. Die Engländer von Dakota Suite machen seit weit mehr als zehn Jahren Musik, und das hört man. The End Of Trying ist ein Album, so ausgeglichen in sich ruhend wie eine alte Eiche und dabei doch tief bewegend und voller Emotionen. Das ist Melancholie, die glücklich macht und nach winterlichem Dämmerlicht, warmem Tee und Kerzenrauch duftet. Eine Platte wie eine Postkarte von einem alten Freund, die man auch nach vielen Jahren immer wieder gerne in der Hand halten und betrachten möchte.

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