The Drawing Board

Das gemeinsame Projekt von Kenny Glasgow und Johnny White wurde bereits in großem Stil besungen, seit ihre Slo-Mo-Hymne „Without You“ sich anschickte, ihren eiernden Siegeszug durch die Clubs des Planeten zu starten. Der Fallhöhe des Hits entsprechend hoch steckt die Latte der Erwartungen, die sich an das nun ebenfalls auf Crosstown Rebels erscheinende Album richten. Ganz klar im East-Coast-House-Diskurs der Stunde verortet (ein herrlicher Track zusammen mit Soul Clap & Osunlade darf entsprechend nicht fehlen), geht es auch bei <i>The Drawing Board</i> um konzentrierte Langsamkeit und Soul-Appeal. Elf Stücke, eine Geschwindigkeit. Lauter Dance-Tracks, die nie höher als in den zweiten Gang schalten, jedoch hintereinander abgespult das perfekte Warm-up ergeben, bei dem es mitunter recht episch zugehen darf. Die Synth-Melodien zeugen von unterschwelligem Pop-Understatement, die Nähe zu Jazz umschifft durch subtile Rave-Signale in Zeitlupe die Gefahr bildungsbürgerlicher Aufdringlichkeit. Die stets mehr („Without You“ eben) oder minder nach unten gepitchte Stimme (die großartigen drei Parts von „Tell Me Why“ etwa) zeigt als essenzielles Element fast durchgängig Präsenz und verleiht dieser Definition von Deepness die eigene Note. Am Ende springt dabei extrem goutierbarer Vocal-House der Gegenwart heraus, der jenseits aller Überschwänglichkeiten funktioniert und zumindest in diesen Breitengraden als <i>the state of art</i> bezeichnet werden darf.