The Dolls / The Dolls

Vladislav Delay ist unermüdlich und kommt nach diversen Produzenten- und Masteringtätigkeiten nun wieder mit zwei Alben für sein eigenes Label Huume Records. Bevor er sich aber zusammen mit Antye Greie.und Craig Armstrong als The Dolls einem ganz eigenen Popansatz hingibt, entwickelt der Finne auf „The Four Quarters“ erstmal seinen minimalistisch introspektiven Dubsound zur Perfektion. Delay macht dabei seinem Namen wieder alle Ehre und verwebt auf seinem Soloalbum subsonische Bässe, Samplefetzen und sphärische Flächen zu endlosen Echodramen, die sich auch auf Chain Reaction gut gemacht hätten. Die vier Viertel des Albums strahlen dabei einmal mehr eine Deepness und Wärme aus, für die man sich schon in Vladislavs erstes Luomo-Album verlieben musste. Nur eben in Zeitlupe. Auf dem Debüt der Dolls geht es gemeinsam mit AGF und Craig Armstrong schon wesentlich greifbarer aber nicht zuletzt auch angreifbarer zur Sache. Craig Armstrong, ein Golden-Globe-verwöhnter Soundtrack-Komponist, der bereits auch Hits für Massive Attack, U2 und Madonna geschrieben hat, steuerte diverse Pianospuren bei, die Vladislav gemeinsam mit AGFs Vocals zu höchst eindringlichen Songs spinnt. Die vor allem in den Momenten ganz wesentlich gewinnen, in denen AGFs mitunter etwas akademisch anstrengender Tonfall irgendwann einer melodischeren Eingängigkeit weicht und dadurch eine ganz ungewohnte Poptauglichkeit zum Tragen kommt. Das verdient die Schubladisierung als experimentelle Popmusik dann tatsächlich, weil es auf berückend befremdliche Art emotional bewegende Momente mit verspielter Experimentierfreude verbindet. Und damit manchmal sogar in die Fußstapfen der früheren Kate-Bush-Sachen zu treten scheint. Und das ist für mich definitiv eins der größten Komplimente überhaupt. Ganz groß.