Tesri

In den zwei Jahren seit ihrer ersten Zusammenarbeit, ihrem „Vier Jahreszeiten“-Beitrag zur Domino-Series-500, haben Barbara Morgenstern und Robert Lippok immer mal wieder an neuen Tracks gearbeitet, die auf „Tesri“ endlich veröffentlicht werden (zwei der Series-500-Stücke sind auch mit drauf). Noch klarer als auf jener Vinyl-Veröffentlichung verbinden sich auf „Tesri“ die jeweiligen Indivpopual-Stile zu etwas Neuem. Lippoks krautig-repetitive Elektronik geht eine traumhafte Liaison mit Morgensterns Pop-Sensibilität ein. „Tesri“ besteht weitgehend aus instrumentalen, sehr klar und eingängig arrangierten Elektronik-Pop-Perlen, bei denen man keinen Gesang vermisst. Auf zwei Stücken singt dann aber doch jemand: auf „Ginza“, mit charmantem Vibrato, Mieko Shimizo, auf „If The Day Remains Unspoken For“, sehr beseelt, Damon Aaron von Telefon Tel Aviv – ein Stück, das man eventuell auch der Neo-Soul-Crowd unterjubeln könnte. Es passiert eben noch mehr auf „Tesri“ als das Zusammenlegen dessen, was schon da ist. Morgenstern und Lippok erobern sich in der Zusammenarbeit nahezu unauffällig neues Terrain. Eine bezaubernd schöne Platte.

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