Synthesexual

Shawn Rudiman macht eine der seelenvollsten Musiken der Gegenwart. Kein Produzent hat die housige, aber nicht percussionorientierte Seite Detroits so weiterverfolgt wie er. Zwei Maxis auf Dan Bells Label 7th City gaben ihm einen unangreifbaren Status; die folgenden Releases enthielten oft einen Über-Track und waren sonst durchschnittlich. Auf dem Album, das auf dem eigenen Label Technoir als zwei einzelne 12“s und als CD in jeweils den Medien angepassten Versionen erscheint, tritt das „sexual“ gegenüber dem „synthe“ zurück. Gerade bei den ruhigeren Tracks spürt Rudiman sehr der Poetik der Synthesizer nach, die packenden Arrangements lösen sich auf. Dabei ist er in den Sounds und den Melodien aber weniger originell und speziell als etwa Acts aus dem Delsin-Umfeld. Hier erscheint Detroit nicht wie in seinen älteren Tracks von seiner sexiesten Seite, sondern im Moment, in dem die Sounds im Begriff sind sich zu verwehen; Detroit erstrahlt in einer ruhevollen, fast hermetischen Klassizität.