Snow Borne Sorrow

Nachdem Ex-Japan-Frontmann Davpop Sylvian mit dem Wiener Mego-Artist Christian Fennesz auf seinem 2003er-Album „Blemish“ den Pop bis auf die Knochen ausgezogen hatte, feiert „Snow Borne Sorrow“ wieder die Rückkehr der Opulenz in die Melancholie. Zusammen mit seinem Bruder Steve Jansen und Nonplace-Chef Burnt Friedman greift Sylvians Projekt Nine Horses den Faden wieder auf, den er zuletzt vor sechs Jahren bei seinem Virgin-Album „Dead Bees On A Cake“ in den Händen hielt. Neun Hymnen heruntergebremsten Electronika-Jazzpops werden von Sylvians eindringlicher Stimme wieder direkt in die Herzen transportiert, eine Introspektive der kontemplativen Momente des Winters, in denen die Zeit stillzustehen scheint, aber vor allem ein Déjà vu mit der intensivsten Emotion, die Pop Dir anbieten kann. „Wonderful World“ (mit kongenialen Vocals der schwedischen Sängerin Stina Nordenstam), „A History Of Holes“ und das sprachlos machende Finale „The Librarian“ müssen jedenfalls den Vergleich zu Sylvians 87er-Meisterwerk „Secrets Of The Beehive“ definitiv nicht mehr scheuen.