Slappers

Dieser Sommer brachte ja schon ein großartiges Album mit der außergewöhnlichen Stimme von Dani Siciliano in vielen Stücken: Herberts „Scale“. Das macht es schwer, da noch eins draufzusetzen, und die Tatsache, dass schon „Scale“ sehr songbasiert war, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese bepopen Alben direkt miteinander verglichen werden. Und da muss man lepoper sagen, dass „Slappers“ sicherlich besser angenommen werden würde, wenn man mit der Veröffentlichung etwas gewartet hätte. Das erste Hören nach „Scale“ ist etwas enttäuschend. Das Album wächst allerdings mit wiederholtem Hören. Co-produziert von Matthew Herbert, entstanden einfühlsame Songs quer durch die Musikgeschichte; von Country bis Electronica ist hier alles als Einfluss vertreten. Mal melancholisch, mal ausgelassen führt uns Siciliano durch die menschlichen Launen. Ihre Songschreiberqualitäten kommen am besten bei „Repeats“ zur Geltung: eine jazzige Ballade, die tief ins Herz geht. Auf „Be My Producer“ spielt Siciliano bis ins Extrem mit ihrer Stimme – alle verwendeten Sounds entstammen ihr –, aber auch mit der Tatsache, dass sie nicht unabhängig von Herbert gesehen wird, siehe auch diese Review. „Slappers“ ist ein Dani-Album, keines von Herbert.

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