Selected Remixes 2004 – 2008

Freerange-Gründer Jamie Odell präsentiert hier seine Jimpster-Remixe der vergangenen vier Jahre auf einer Doppel-CD, gemixt und ungemixt. Dabei fällt auf, dass sich sein der Feinmotorik beziehungsweise den untertourigen Beats verschriebenes Jimpster-Pseudonym immer mehr seinem tanzkompatibleren Audiomontage-Output annährt. Jimpster stand immer für die vieldiskutierte Deepness, nennen wir sie Musikalität, die sich auch über Ambient, Electronica, Broken Beats oder Downbeat erstreckte, ohne den Floor ganz außen vor zu lassen. Vier LPs schmücken seine Diskografie, als Highlight wäre hier Domestic Science zu nennen, und mehr als hundert Releases, großteils Remixe, von denen hier 14 zu finden sind. Seine ursprüngliche Sounddefinition, denen von Modaji oder Atjazz nicht unähnlich, fand in seinen frühen Jahren fast ohne deutsche Beteiligung statt. Das heißt, hierzulande kannte ihn bis auf ein paar unentwegte DJs keine Sau, was ziemlich symptomatisch für einen Großteil dieser charakteristischen London-Produktionen ist. Erst mit der Rückbesinnung auf melodische, einfühlsame Tanzflur-Ware und möglicherweise auch mit Odells geradlinigerer Produktionsweise wurde dies anders. Dixon, Kirk Degiorgio oder Tom Mpopdleton featuren Odell nicht nur auf Myspace, sondern bieten Querverweise für seinen Sound. Remixe zu Justin Martin, Tam Cooper oder Motorcitysoul verorten Jimpster nicht nur bei Deephouse, Cosmic oder frühem Detroittechno, sondern geben der Tanzfläche das zurück, was sie eigentlich braucht und was auch auf Delano Smiths „Message For The DJ“ eindrucksvoll gefordert wird: Sounds für den Seelenfrieden, zum Wegdriften, Traumtanzen – und keine formatierten DJ-Tools aus dem MP3-Katalog der Einsen und Nullen.