Room(s)

Travis Stewart war schon immer für Experimente zu haben: Mit seinen Alben bei M3rck lotete er die Grenzen von HipHop aus und machte verschachtelte, abstrahierte Beats in Kombination mit tiefgründigen Synthies zu seinem Markenzeichen. Neuland gibt es ja im HipHop kaum noch zu erkunden, und vielleicht hat er sich deshalb auf seinem ersten Album für Planet Mu das momentan so kontrovers diskutierte Genre Juke vorgeknöpft. Auf <i>Room(s)</i> macht sich Stewart die Geschwindigkeit, die rasenden Kicks und synkopierten Snares des Genres zwar zueigen, gibt dem Ganzen aber durch butterweiche Melodien ein zugänglicheres, weniger schroffes Klangbild. Schon das erste Stück „She Died There“ eröffnet mit dem wohligen Gefühl, dass hier nichts wieder aufgewärmt wird: Für Juke typisch wird ein Stimmsample bis ins Extrem wiederholt, die Subbässe köcheln darunter, während die Snaredrum ein Eigenleben zu führen scheint, das Stück aber nicht um seinen Funk bringt. Es gibt keine schlechten Momente auf <i>Room(s)</i>, dennoch verdienen es einige, besonders betont zu werden. „Now You Know Tha Deal“ zum Beispiel, das unversehens in warme Synthieakkorde getaucht wird, oder das nokturne „Youniverse“, das mit seinen Congas und dem Muskel-Subbass einen eigenartig orientalischen Charme verströmt. Oder auch das überkandpopelte „Gbye“, in dem eine seltsame Botschaft versteckt ist. Man kann es Stewart nicht hoch genug anrechnen, dass er den Mut zur Innovation nicht verloren hat.