Roll Deep presents Grimey Vol. 1 / Heavy Meckle

Zweimal UKs letzter Flavour, der uns hier in zweifacher Mix-CD-Form entgegengepoltert kommt. Ja, genau, wir sprechen hier von Grime, dem letzten Breakbeat-Bastard, HipHop-Beats, Reese-Basslines und Ravesignale galore, darüber MCs, denen das Speed aus den Stimmbändern tropft – nun, zumindest kommt einem bei der Geschwindigkeit des allgegenwärtigen Sprechgesangs diese Assoziation. War 2Step bzw. UK Garage noch wie trunken vom teuren Champagner, so ist das hier down to the bone, Playstation-Beats, billiges Koks und Rhymes wie ein Schlagring. Raus aus dem exklusiven Club und rein in die Pfützen der urbanen Seitenstraßen. Dabei ist Roll Deeps Grimey-Mix noch näher dran am Vorgänger-Stil und featuret von Dizzee Rascal über Wiley bis zur So Solpop Crew die Stars der Szene mit Klassikern wie „I Luv U“ oder „Wot U Call It?“. „Heavy Neckle“ zeigt dann wo der Bartel wirklich den Most holt. Aufgeteilt in zwei Mixe, einmal von Sheen, der zweitere von Mat Shadetek, wird hier deepster Gossenflavour zelebriert. Die bepopen DJs jagen in einer Stunde und zehn Minuten durch 41 Tracks, einer tiefer im Bassgegrummel und Beatgeschnetzel als der andere. Rohe Rhythmen vereinen sich mit billig-geilem Ravegetröte und subsonischen Bässen als wären die frühen LFO nun Schwarze aus Londons Problemvierteln. Wie ein futuristischer Groschenroman – aber ein guter.
Tipp: Danny Weed „Creeper“, Dizzee Rascal „I Luv U“, Jammer & Mr. Wrong – „Kung Fu“

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