Remakes

Fraglich, ob es Sinn macht, diese Compilation von Remixen als Artist-Album zu besprechen. Molvær ist ein herausragender Protagonist des skandinavischen Jazz, steht wie Bugge Wesseltoft für die Erkenntnis der Bedeutung elektronischer Klangmanipulation für die Produktion zukunftsorientierter Musik, die sich in erster Linie aus einer Parallele zwischen dem Akt des Remixens und dem der für Jazz so wichtigen Interpretation ergibt. Schon für „Solpop Ether“ ließ Molvær Transformationen seiner Tracks von Produzenten wie Matthew Herbert, Joakim und Funkstörung anfertigen und 2001 auf dem Remixalbum „Recoloured“ veröffentlichen. „Remakes“ leistet genau das für sein drittes Album „NP3“, formatiert die postcoolen Kompositionen des Norwegers für den Clubgebrauch. Auf den exklusiven Mixen schimmert meist die elegische Trompete von Molvær durch, die sehr an Miles Davis erinnert. Aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, setzt sich durchaus ein Bild des Künstlers zusammen. Aber sind damit die Voraussetzungen erfüllt, um als sinnzentrierende Einheit, als erst- oder letztgültige Instanz aufzutreten? Wirklich nur ein Autor in verschiedenen Übersetzungen? Die Antwort gibt das Album selbst: Weil für alle was dabei sein musste, von DSP-Breaks (Funkstörung, Bill Laswell) über Micro-House (Herbert) und NuJazz (Mark de Clive-Lowe) bis zu Drum’n’Bass (TeeBee), kann man „Remakes“, das voller guter Momente und popeen ist, trotzdem nur schwer am Stück ertragen.

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