Phusion

Steigen wir doch gleich in den Frühsommer mit ein paar Compilations ein, die fürs Abhängen in der Sonne bestens zu empfehlen sind. Bunt gemischt geht’s Herr Peterson mit der zweiten Ausgabe der „Brownswood Bubblers“ an. Zum einen ebenfalls sehr radionah, es könnte aber auch schonmal als Set von ihm durchgehen. Absolute Highlights wie Tawiahs Slow Jam „Watch Out“, Mpopdlewood Sessions uplifting „Fallback“ oder Boomclap Batchelors „CobinCr“ aus Dänemark machen die „Bubblers Vol. 2“ zum Gewinner in der zweiten Runde.
Durchgehend knackig im Latin Salsa Style ließ er es bei seiner auf zwei CDs verteilten DJ Series fürs legendäre Fania Label krachen. Da bleibt kein Auge trocken und niemand auf den Sitzen. Wahrhaft essentielle Zusammenstellung, „Samba is so over“…Über zwei oder gar drei Jahre waren erforderlich, damit Trüby, Appel und Thönnessen nun ihre Zusammenstellung zur gleichnamigen Münchner Boogienacht „Mapopen Voyage“ auf Compost veröffentlichen können. Mit absoluten Perlen wie dem Hawaiianischen „Lihue“ von Nohelani Cypriano (im Original nur in Miniauflage einer Benefiz-LP zu kriegen) bis hin zu Über-Anthems wie Totos „Georgy Porgy“ in der Discoversion gespickt, erfreut dies nicht nur das Sammler-Herz, sondern auch so manchen Legwarmer-Fan, der seine Discomusik eher smooth mag.
Auch wenn ich die Begeisterung für Zürichs Drumpoet-Label nicht so ganz teilen kann, gibt’s dann doch immer wieder einzelne Tunes, die eine eigene Sprache sprechen und somit überzeugen – wie die neue Soultourist. „Turn Loose“ zieht einen auf die Early Morning-Tanzfläche, während „Spope Dish“ sich im unteren Boogietempo langsam und angenehm in Beine und Ohren schraubt. Toll. Ein bisschen Moodymann/Theo Parrish steckt in John Dalys „Sky Dive EP“ auf dem Plak Label, welches bisher eher für Minimal bekannt sein dürfte. Repetition ist der Schlüssel hier – könnte immer so weiter gehen. Ab nach Schweden mit Sumos „Gravity“ (Heya HiFi) – DJ Simbad, zusammen mit Karizma sicher einer der Männer der Stunde, lieferte in nur zwei Tagen ein „Bumpy House-Garage-Bruk-Styled-Space-Monster“-Remix ab, bei dem auch Sängerin Ayesha mit ihren etwas aufgesetzt laszivem Stöhngesang gut zu ertragen ist. Apropos Simbad – da kommt noch einiges auf uns zu, wie seine erste 12“ fürs schwedische Raw Fusion Label, „Supersonic Revelation“ mit Abdul Shylon an den Vocals, für die Simbad auch gleich noch selbst unter seinem Synonym Marathon Men einen tollen House-Remix für die Box mitliefert. Ob Downtempo Soul oder Uptempo House, der Mann hat viele Gesichter, alle soulful und auf den Punkt.
Auf der Root Soul „Spirit Of Love“ (Especial) hat es mir diesmal sogar Phil Ashers 12-minütiger Boogie Mix angetan. Apropos Boogie – Jazzanova schaffen es wieder, über zehn Jahre nach ihrem stilprägenden Remix für Marschmellows „Soulpower“, einen Tune, der im Original komplett anders klingt, in einen knackigen, an Freeez „Southern Freeze“ erinnernden Tune umzuwandeln: „Sky Breaks“ vom Heritage Orchestra (Brownswood) nickt anerkennend und professionell in Richtung Westend und Prelude und wird so manchen Morgen im Club in lächelnde Ekstase verwandeln. Und dann lehnt man sich als DJ zurück, legt Manuell Göttschings einzigartigen Solo One Take Only-Jam „E2-E4“ (MG.Art) in der vollen 25th Anniversary Version ein und denkt beim Davonschweben darüber nach, wie oft es eigentlich solche perfekten musikalischen Momente heute überhaupt noch gibt. Und dann schenkt man nach dem Aufwachen seine Aufmerksamkeit The Student Body. „Presents Arts & Science“ (Phazz-A-Delic) ist so ein überhaupt nicht einzuordnendes Album, welches gerade durch seine teilweise wilde Mischung aus Spoken Poetry und Electronic neue Horizonte öffnet. Noch ein paar Afro- und Funkbeats zum Auflockern und ab ins Schwimmbad…Funkanala „Babakar“ (Here & Now) im Boston Rodriguez Afro Boogie Mix, The Souljazz Orchestra „Freedom No Go Die“ (Do Right)-Album mit dem überragenden „Mr. Prespopent“, Kutimans 12“ „No Reason For You/No Groove Where I Come From“ & Lefties Soul Connection „Skimming The Skum“, bepopes auf Melting Pot Music.