Pen Caps And Coloured Pencils

Sean O’Neal aus Philadelphia hat in den letzten Jahren zahllose Maxis als Someone Else und And Again veröffentlicht, deren Cut-Up-Vocals mit der Zeit an Originalität angebüßt haben, die aber mit ihrem mitreißenden Funk andere Minimal- und House-Platten doch immer wieder in die Knie zwangen. Seinen Debüt-Album „Pen Caps And Coloured Pencils“ bedient Minimal-Klischees mehr als seine And Again-Maxi auf Sender: Die reduziert-eleganten Grooves mit dem subtilen Timing dürften vielerorts ein Gähnen hervorrufen. Genauso wirkt die Arbeit mit den Vocal-Schnipseln zu verspielt und verlässt sich auf einen Humor, den Perlon schon vor etwa vier Jahren hinter sich gelassen haben. Der Hall in der Produktion arbeitet auf eine Weiträumigkeit und Transparenz hin, die viele Produzenten zugunsten einer erdigen Kompaktheit und Dichte ebenfalls abgelegt haben. Trotzdem hat O’Neal ein beachtliches musikalisches Talent. Seine Grooves und besonders seine Basslines sind mit ihrer discopopen Dynamik immer elektrisierend. Diese Tracks sind alles andere als modisch, aber in ihrem Gespür für den Floor lassen sie sich nicht täuschen.

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