Out Of The Woods

Es hätte alles so schön werden können. Nach über fünf Jahren Funk- bzw. Sangesstille hatte Ex-Everything But The Girl-Sängerin Tracey Thorn zunächst als Chanteuse der brillanten Tiefschwarz-Produktion „Damage" für schwärmerische Erinnerungen auf der Tanzfläche gesorgt, die von Metro Area-Member Darshan Jesrani und Sasse von Moodmusic produzierte Vorauskopplung „It´s All True" bezauberte als Lehrbeispiel für melancholischen Discohouse an der Schwelle zwischen Vergangenheit und Zukunft, und Remix-Wunder Ewan Pearson als Main Producer schien die perfekte Wahl für ein wirklich großes Album. Dass die meisten Stücke eher dem Downtempo verhaftet bleiben, wird den einen oder anderen überraschen, doch es ist nicht die Frage der Zielgruppe, die "Out Of The Woods" zwiespältig werden lässt. Gerade die eher dem Dancefloor verbundenen Stücke wie die verdächtig Eurhythmics-insprierten "Falling Off A Log" und "Raise The Roof" bzw. die von Alex Santos produzierte, EBTG-eske Trancehouse-Nummer "Grand Canyon" machen es dem Hörer in ihrer durchaus netten, aber definitiv handzahmen Struktur einfach zu leicht. So bleiben von „Out Of The Woods" vor allem die intimen Stücke zwischen balladeskem Pop und Campfire-Electronica hängen, und um das geloopte Piano von „Easy" oder die bezaubernden Flöten- und Waldhornarrangements von Charles Webster bei „Nowhere Near" gewinnt Thorns Stimme dann auch wieder ihre beeindruckende Verletzlichkeit zurück.