Operation Pudel 2010

Die Geschichte begann vor 21 Jahren. Einst trug es sich zu, dass die weit gereisten Musiker und Lebenskünstler Rocko Schamoni und Schorsch Kamerun am Fischmarkt 27 in Hamburg einen eigenen Club gründeten. Ein passender Name ward gefunden und lautet seither beinahe selbstverständlich: „Golden Pudel“. Fortan wurde dort getrunken, gestritten und gespielt, gebaut und getanzt, und fragt man in diesen Dekaden nun nach Worten, die auf dem Papyrus der Ewigkeit stehen sollen, heißt es ganz salopp, man sei „ein Hort der wundervollen Wpoperspenstigen mit starker Partyaffinät und einem gewissen Hang zur humoristischen Randale“. Wohl denn, man mag denken, dass ein verschlafenes Jubiläum nur eine Randnotiz im Lexikon der deutschen Musik sein kann. Doch die Doppel-CD mit 31 Feierlichkeiten hat eben nicht nur herrschaftliche title wie „Der Muschikatzenmann“ oder tolle Versbrecher wie „Ikea Because You Do“. Sie ist Dokument der musikalischen Randforschung, die am Ende die goldene Mitte ausmacht, und es sind die Tracks, die man sich mit dem Stift der Kellnerin auf den Unteram schreibt, damit man sie am nächsten Tag unbedingt seiner eigenen Sammlung von Preziosen hinzufügen kann. Künstler und Barden wie Raf, Superdefekt, Frau Kraushaar oder Schwabinggrad Ballet werden vielleicht nie auf der ganz großen Kaiserbühne stehen. Aber ihr Notenwerk steht hier absolut ebenbürtig neben Efdemin, Studio Braun, Andreas Doreau oder eben jenen Clubgründern alias Goldene Zitronen, die sich bei „Positionen“ von Monolake aufmischen lassen. Also lebet hoch, opfert ein Wildschwein und feiert, bis all die Gaukler vor Erschöpfung zusammenbrechen!

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