On

Robi Insinna war 2001 mit seinem ersten Album als Headman auf Gomma angetreten, um einer in Ritualen erstarrten Szene der Techno-Epoche ihre Limitierungen aufzuzeigen. Gerade in den vielen daran anschließenden Remixen entwickelte er seine Soundsignatur. Daneben betrieb er sein Komplementärprojekt Manhead und das Label Relish. Jetzt ist Albenzeit: „Manhead“ erschien bereits 2005, Headman legt mit „On“ nach. Was ist aus Disco-Dub und Punk-Funk geworden? Die 12 Tracks auf „On“ arbeiten nach wie vor mit einem Mix gespielter und programmierter Elemente, dessen Leadspur die Bassline besetzt, ihr Verfahren ist aber nicht mehr Clash, sondern Synthese: Headman bleibt im Vergleich zu Manhead der mehr den Band-Charakter betonende Act, auch wenn die ohnehin labile Grenze zunehmend durchlässig wird. Eine leichte Referenz-Verschiebung von Rock zu Italo und Wave begleitet einen deutlichen Move vom Track zum Song: Die Vocal-Nummern mit Anthony Roman, Stephen Dewaele und Ed Laliq sind sehr gut, „On And On“ und „So Disgraceful“ mit der von „It Rough“ bekannten Tara sowie „Balearica“ mit Matt Safer herausragend. Nur der Bonustrack mit Erol Alkan und Ben Rymer ist etwas zuviel des Guten. Ansonsten: cooles zweites Album, auf dem Abstraktion und Konkretes ein genauso dialektisches Verhältnis unterhalten wie im Comic-inspirierten Artwork. Noch nie haben sich Gomma auf dem Dancefloor so weit vorgewagt in Sachen Pop. But: no risk, no fun.

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