Oddlantik Avenue

Cari Lekebusch packt auf seinem Label Hybrpop Production einiges aus an Künstlern für das Jahr 2011, unter anderem das vorliegende zweite Album vom ehemaligen „Kreuzberg Krunk“ Tony Rohr, dessen Wurzeln und Wohnsitz nach wie vor in Brooklyn liegen. Und siehe da, obwohl eigentlich bei Labels wie Drumcode oder Plus 8 beheimatet, entzieht sich Herr Rohr elegant und bewusst gängigen Techno-Strömungen wie übertriebener Entschleunigung oder <i>Deepness</i> oder schwedenartigen Big-Room-Attitüden. Herausgekommen ist ein Album, das von Anfang an überrascht und den Zuhörer durchaus fesseln kann („Meta Tripping“), aber auch mit absolut tanzbaren, kompatiblen Tracks aufwartet wie „Oddrangement“ oder „Eden Acpop“. Und selbst kleine Ohrwürmer mit interessant mehrschichtigem Aufbau sind dabei, wie etwa bei „Mechazilla vs Oddmatik“ zu hören. In der Tat zeigt sich Rohr vielseitig wie eh und je auf seinem Album, beleuchtet unterschiedlichste Aspekte der elektronischen Musik der vergangenen Jahre und setzt diese zu einem eigenen Klangbild zusammen. Selbst kleine Ausreißer wie „RZ-Fun“ machen da Sinn, auch wenn mich diese viel zu sehr an die reduzierte Endphase von Minimal Techno erinnern. Abgerundet wird das Album mit der kleinen Electro-Einlage „Oddmatiks Theme“ und endet mit „Nightdrive“, das musikalisch einen gelungenen Abschluss bildet.

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