Neophilia

Der kanadische DJ Jason Oculto gilt in seiner Heimatstadt Vancouver als Referenz für Jazz, Latin, Funk, House und artverwandte Genres. Über die Jazzanova-Connection ist dieser nun beim Berliner Sonar Kollektiv gelandet, das für Ocultos Deep House-Exegese „Neophilia“ die perfekte Plattform darstellen sollte. In diesem Panoptikum erdfarbener Wohligkeit, das sich hervorragend neben so frühsommerliche Veröffentlichungen wie Karmas „Latenight Daydreaming“ einordnen lässt, schnurren federleichte Broken Beats um jazziges Rhodes- und Vibraphon-Geperle und werden von den glasklaren Vocals von Amalia Townsend und Miss Fuze soulig glasiert. Dennoch stellt sich schnell die Frage, was uns Jason Oculto außer Feel-Good-Slogans und spirituellem Schwank eigentlich anzubieten hat. Dabei finden sich auf diesem Album mit dem sanften Deephouse-Groove „Above You“ und dem Latin Folk-Schmuser „The Answer“, der einigen noch von der exzellenten „Secret Love“-Compilation bekannt sein dürfte, durchaus schöne Momente. Trotzdem geraten die zehn Tracks allzu heimelig. Bei aller gepflegter Wohligkeit möchte man sich ja auch mal an Kanten stoßen und an rauhen Flächen reiben.