My Cyborg Depths

Mariel Ito ist wie Maetrik ein Projektname von Eric Estornel aus Dallas, als solcher hat er bereits Maxis auf Modern Love und Affected Music veröffentlicht. Ito ist eine Komplementärfigur zu der, die mit Techno-Platten auf Labels wie Treibstoff und Iron Box zu einer festen Größe auf dem Minimal-Floor geworden ist, zuletzt aufgefallen durch das animierende Album „Casi Profundo“. Auf „My Cyborg Depths“ kann er erstmalig seine Electro-Persona in Albumlänge ausleben – und die acht Tracks überraschen, zeigen tatsächlich eine andere Seite von Estornel: dieser Einblick in die psychologische Tiefenstruktur eines Programmierers ist alles andere als monoton. Dafür sorgt neben den vielen gesampleten und selbst aufgenommenen Vocals die heuristische Produktion: Ito filtert seine Analog-Besessenheit durch die DSP-Brille. Ganz mühelos verschiebt er den frontalen Impact klassischer Electro-Beatpattern in die weitläufige Räumlichkeit aktueller Produktionen. Am besten ist er, wenn er sich am Rand des Dancefloors aufhält: auf „Dream Deception“, auf „Satisfied Death“ und auf „Tiny Destructor“, das als Single auf Treibstoff erschienen ist. Obwohl Estornel einige Konsequenzen hinsichtlich durch Minimal geschärfter Produktionsstandards zieht, bewegt er sich souverän nicht zwischen, sondern in den Gebieten Techno und Electro. Auf „My Cyborg Depths“ vorwiegend letzteres. Schönes Debütalbum, so gesehen.

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