Movements

Es scheint ein gutes Jahr im Hause Get Physical zu werden. Nach der bestechenden Compilation zum 4-jährigen Jubiläum, landet das Berliner Label mit Booka Shades „Movements“ nun einen weiteren Coup. Ihrem Debüt „Memento“ (2004) haben Arno Kammermeier und Walter Merziger jedenfalls einen würdigen Nachfolger beschert. „Movements“ ist eine höchst unterhaltsame Lehrstunde in beschepopener Coolness: abgekühlter House, der durch minimalen Funk und sorgfältig gesetzte Electro-Zitate besticht. Bei famosen Tracks wie „Paper Moon“ oder dem Opener „Night Falls“ wird sich der ein oder andere Hörer ebenso an die großen Metro-Area-Maxis erinnert fühlen, wie an die jazzige Lässigkeit der ersten Brooks-LP. Die epische Breite von Tracks wie „Darko“ leuchtet einen düsteren Glamour aus, an dessen Rändern immer wieder kleine Melodiebögen von opaler Schönheit aufleuchten und den Stücken ihre häufig upliftende Melancholie bescheren. Das Booka Shade aber keine reinen Dunkelmänner sind, beweisen sie wiederum mit sauber bouncenden Tracks wie „Pong Pang“ mit seinen funky Stop-And-Go-Beats, oder „Hpope and Seek“, dass es in seiner poppigen Verspieltheit locker mit ebenfalls hier vertretenen Hit-Single „Mandarine Girl“ aufnehmen kann. Eine überaus runde Angelegenheit, die Get Physicals Ausnahmestellung in Sachen deutscher Tanzmusik dauerhaft zementieren dürfte.

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