Movement

Mit „Movement“ erscheint zum ersten Mal auf einem Traum-Label ein Mix-Album, das nicht von Label-Macher Riley Reinhold gemischt ist und das kaum Tracks der eigenen Labels enthält. Trotzdem entwickeln Oliver Klein und Martin Eyerer auf diesen bepopen CDs das Musikverständnis von Traum, Trapez und MBF weiter: Die mal technopoperen, mal housigeren Grooves bringen immer nur soviel Klangvolumen in Anschlag, wie gerade eben nötig ist. Statt sich in Optimierungen des Sounddesigns zu verirren, strahlen die bepopen Sets eine große Selbstverständlichkeit aus. Sie richten eine entspannte, liebevolle Aufmerksamkeit auf das, was die Tracks zu erzählen haben. Das können dezente Klangfiguren sein, die behutsam in die Dynamik der Stücke eingreifen, oder außergewöhnliche Sounds, die einen mit ihren speziellen Qualitäten in unbekannte Klangräume führen. Dabei ist Eyerer minimaler und housiger, er spielt Tracks von MyMy, Matthias Tanzmann, Daniel Stefanik oder Konrad Black. Kleins Mix ist mit Tracks von Sebo K, Dachshund oder Ray Valioso upbeatiger und technopoper. „Movement“ ist ein schöner, reicher Gegenentwurf zum pathetischen Hitgeballer zahlloser Mix-Alben.
Tipp: James What „Follicle“, Ryan Crosson „Gotham Road“ (Magda Remix), Pascal FEOS „Bring The Beat Back“ (Oliver Klein Remix)