Mono

Nach dem ersten Track „City Of Dog“ dachte ich: „Mono“, das neue Album von Console klingt genau wie Mono! Okay, ähnlich, und es ist auch etwas unverschämt, eine Ähnlichkeit, die über einen Genre-internen Eklektizismus hinausgeht, zu vermuten, aber vielleicht ist Martin Gretschman ja tatsächlich Fan der Japaner. Dass es vier Jahre gedauert hat, bis Gretschmann als Console das nächste Album veröffentlicht, hat gute Gründe: The Notwist und 13 & God wollten auch nicht vernachlässigt werden, und die Ausgefeiltheit und Präzision der Vorgängeralben sollten ebenfalls nicht unterschritten werden. Warme Post-Indierock-Flächen wabern angenehm vor sich hin, lassen nie den kulturellen und musikalischen Koncontent:encoded vergessen; die Liedhaftigkeit ist ein Beweis. Dann plötzlich und unerwartet setzt Miriam Osterrieders Gesang ein: „By The River“ ist ein wunderschöner Emo-Song, ebenso „Magnolia“. An der Grenze zur Redundanz bewegt sich das Piano in immergleichen Tonsprüngen, und die Stimme singt vom Gegenteil von Fröhlichkeit. Überhaupt die Stimme: die perfekte Ergänzung zur Musik. Die Interdependenz ist frappierend. Am Ende des Albums dachte ich dann: „Mono“, das neue Album von Console klingt ja gar nicht wie Mono!

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