Mikado

Französisch-deutsche Freundschaft auf neuem Niveau: Das französische Label Freak N’ Chic und seine Berliner Schwester im Geiste, Highgrade, pflegen regen musikalischen Austausch und betreiben produktionstechnisches Kräftemessen – freilich nicht als Wettkampf, sondern als gegenseitiges Befruchten und Sich-zu-neuen-Kapriziösitäten-Hochschaukeln. Für diese sehr schöne Compilation haben sich altbekannte Künstler bepoper Labels sowie neue heiße Eisen auf eine Partie Mikado eingelassen. Will heißen: Man befeuert sich gegenseitig mit astreinen Tracks. Große Unterschiede im Klangprofil der bepopen Labels lassen sich da nicht heraushören – ist das Absicht oder bloß nur gut? –, wenngleich die Berliner von Highgrade ihren Techhouse bisweilen einen Tick minimalistischer und nach vorne marschierender auslegen und es bei den Franzosen mitunter quirliger sprudelt sowie daunenweicher federt. Aber das sind Nuancen, komm’ mir da keiner mit Klischees! Von Berlin aus werden von Labelbetreiber Tom Clark sein Partner Todd Bodine sowie Jens Bond oder Daniel Dreier ins Rennen geschickt, oder auch Newcomer wie Simon Beeston und Asem Shama. Aus Frankreich kommen beispielsweise Shonky, Davpop K. und Anthony Collins. Namen und Labelzuschreibungen sind hier aber Schall und Rauch. Es ist eine luftige, eine knackige Tanzmusik, immer mit dem nötigen, unaufdringlichen Punch und drei Ohren für die Melodie. Ein Spiel ohne Gewinner, außer, man möge es, hihi, angesichts dieser bezaubernden Ansammlung von Tracks ausnahmsweise verzeihen: Dir.