Memory Tree

Bevor Mathew Jonson aus Vancouver kanadischen Techno um die Welt trug, gehörte Mike Shannon zu den wenigen überregional bekannten Produzenten des Landes. Auf seinen Maxis wirkt seine Musik oft etwas gekünstelt oder verspielt – umso mehr verwirklicht sich sein Talent in den Alben. Nach Force Inc. und Scape bietet ihm nun Plus 8 ein Forum. Memory Tree ist ein zeitloses Techno-Manifest, das den Loopcharakter des Technos der neunziger Jahre und den housigen Minimalismus der Clubmusik der nuller Jahre miteinander versöhnt. Die zurückgenommenen, lässigen Grooves und die behutsame, methodische Entfaltung der Tracks erinnert an Richie Hawtins Concept-Serie oder an Stücke von Fumiya Tanaka. Shannon hat keine Hemmungen, erstmal den Groove stehen zu lassen. Ebenso wenig stört es ihn, immer wieder das gleiche, sehr überschaubare Klangarsenal einzusetzen. So sympathisch und stilsicher die Tracks sind, so sehr wirken sie doch über die ganze Länge von Memory Tree etwas sehr abgeklärt und altersweise. Manchmal dominiert zu sehr die buddhistische Ruhe, die diese Musik ausstrahlt – und es fehlt ihr an Biss.

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