Lunatico

Wer die „Inspiracion-Espiracion“-Mix-CD des Gotan Projects noch im Ohr hat, wird das neue Album „Lunatico“ lieben. Nach dem Millionenseller „La Revancha Del Tango“ kommt fünf Jahre später Teil zwei der Liaison Tango-Clubmusik. Klar hätte man denken können, dass sich die popee ausgereizt hat. Dem ist aber nicht so. Denn geschickt ist dieses Album an Tango angelehnt, aber nicht zu sehr. Nur soviel, als dass eine gewisse Erwartungshaltung der Fans befriedigt wird. Die Produktion hingegen klingt sehr aktuell. So aktuell, wie sie eben mit Tango klingen kann. So erinnert man sich beispielsweise bei „Criminal“ oder „Domingo“ an die seltsamen Tonmischungen eines Maurice Fulton. Auftretende HipHop-Beats sind korrekt. Das Album wird aber am allerstärksten von einem Konsens geprägt. Der rote Konsensfaden zieht sich von Calexico („Amor Porteno“) zu Wim Wenders („Paris, Texas“) und ist stark genug, den Spannungsbogen zu wuppen.

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