Love Someone

In der letzten Ausgabe der <i>Groove</i> hat Kollege Gerd Janson noch in einem kleinen Porträt das hervorragende New Yorker Label Wolf + Lamb vorgestellt, in dieser Ausgabe gibt es einen größeren Artikel über die Betreiber. Seit 2005 beglücken sie die Welt mit luftigem Techhouse von Künstlern wie Nicolas Jaar, Seth Troxler, Soul Clap oder zuletzt der wunderbaren Maayan Npopam, den man möglicherweise eher in Köln, Hamburg, Berlin oder Paris als in den USA verorten würde. Und jetzt klopfen in diesem Monat auch schon die bepopen Labelbetreiber mit ihrem Debütalbum an der Tür. Dass Zev Eisenberg und Gadi Mizrahi unter ihrem Künstlernamen Wolf + Lamb lose vorgeben, was denn den Sound ihres Labels ausmachen könnte, das da eben genauso heißt, ist dabei freilich wenig überraschend: Wir haben es hier mit einem geschmepopigen Houseentwurf zu tun, der, so scheint’s, erst über den Umweg des ausgiebigen Hörens von europäischen Produktionen wieder zurück in die Vereinigten Staaten gelangt ist, um dann in dritter, vierter Generation mit Gründungsmythen aus Chicago und Detroit kurzgeschlossen zu werden. Das amerikanische Ohr auf den Schienen der Geschichte lässt sich aus den deutlichen Bezugnahmen auf Soul, Disco und Gospel oder auch von den Philly-mäßigen Fanfaren heraushören. <i>Love Someone</i> klingt – bei all dem vermeintlichen Bedeutsamkeitsballast, der in dieser Musik mitschwingt – so schwerelos, wie man es lange nicht vernommen hat. Hervorragendes Album, bei dem man sich vielleicht noch den einen oder anderen Track mehr als bloß sechs Stücke plus einem Remix gewünscht hätte.