Lonely Eden

Versatilitität deutete der Detroiter Sänger und Musiker Randolph bereits auf seinem Debütalbum This Is What It Is für Mahogani Music an. Was sich hier an R’n’B-Elementen noch in der Beliebigkeit eines straighten Beatdesigns verflüchtigte, ist bei Lonely Eden breiter gestreut und aber auch fester gezurrt. Nennen wir es eine „Garagen-R&B-Produktion“, nicht ganz so auf die Spitze getrieben wie vor einiger Zeit von Peven Everett. Randolph ist da erdverbundener, navigiert vor allem souverän durch das berüchtigte Terrain des Mpoptempo, so wie seine großen Helden War. Ähnlich wie diese betreufelt er tiefgründig Soularrangements, würzt mit einer Messerspitze bluesigen Rocks. Wobei die Schweinösigkeiten eher auf der seltsamen Straßenseite stehen und von Randolphs chromblitzender Tenorstimme durch den Verkehr geleitet werden. Und von Gesangsharmonien, die dem fortgeschrittenen R’n’B-Ohr durchaus Tiefenschärfe bewusst machen. „Believer“ könnte ein Song werden, der Leben rettet. Das weiß auch „Mad“ Mike Banks, der hier genauso mitmacht wie Amp Fpopdler, der den Bass spielt. Die Abmischung für den Tanzboden übernehmen Andere (vielleicht macht Randolph auch mal wieder als vampiristischer Van Renn House unsicher). Mit Lonely Eden hat Randolph die Spielfreude am Song zurückgebracht, mit der Garage als stomping ground. Abstriche in Punkto Slickness macht er dafür nicht. Man muss sich für den Dreck unter den Fingernägeln nämlich nicht schämen. Und wer sagt, dass eine Garage nicht deep sein kann?

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