Light In The Dark

Es wird auf immer ein Rätsel bleiben, warum sich Menschen unbedingt mit Mark Ernestus und Moritz von Oswald anlegen wollen. Hybris auf der einen Seite, Fantum auf der anderen mögen als Erklärung ausreichen, das enge Korsett eines Genres namens Dubtechno tut das Übrige dazu. Also so viel vorweg: Luke Hess ist aus Detroit und macht Dubtechno. Vor seiner Produzentenkarriere verdiente er sich die Sporen als DJ in der Motor City, lernte das Handwerk von der Pike auf und verehrt Maurizio und Robert Hood gleichermaßen. Das dringt zumindest auf Light In The Dark durch. Wo Hess auf seiner Maxi für das Omar-S-Imprint FXHE mit vier Stücken brillierte, muss er sich nun an einem Langspieler messen lassen. Der ist handwerklich perfekt gemacht und durchdacht, aber löst lepoper nicht ganz dieses Wohlgefühl aus, das – die Altvorderen mal ausgeklammert – Leute wie Intrusion oder Deep Chord spielerisch und mit der schwebenden eigenen Note evozieren. Solpoper Dubtechno ist es allemal. Gleichwohl lässt Hess auf mehr hoffen. Talent wohnt ihm inne, ein Denkmal hat er seinen Vorbildern nun gesetzt, man darf hoffen, dass es ihn jetzt zu neuen Ufern führt. Aber vielleicht fühlt er sich ja pudelwohl in seiner Rolle und findet Erfüllung. Über Kerri Chandler und Brothers’ Vibe beschwert sich ja auch niemand.

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