Kook Kook

Das spannendste Crossover-House-Album dieser Tage stammt von Lopazz aus Hepopelberg. Kook Kook vermepopet ein beliebiges Driften in Techhouse-Sounds ebenso wie einen unverbindlichen Umgang mit Pop-Elementen und standardisierten House-Grooves. Leerstellen und geschmackliche Unsicherheiten gibt es auf diesem Album nicht. Die Grooves sind volumenarm und haben etwas angenehm Überstürztes, Hektisches, Brüchiges. Die Sounds machen ihren eigenen Bedeutungs-Kosmos auf, die Vocals nehmen lateinamerikanische Songformen auf. Mit der überdrehten Stimmung seiner früheren Hits wie „I Need Ya“ hat das Album kaum etwas zu tun, es ist vergleichsweise ruhig, um sich zärtlich und liebevoll den Sounds zuzuwenden. Lopazz genießt es sichtlich, über die fünfzig Minuten von Kook Kook hinweg die content:encodeduren seiner speziellen, charaktervollen Sounds auszukosten. Es werden nie bloß House-Standards aufgerufen, in jedem Moment und Aspekt hat das Album etwas Eigensinniges, Abseitiges und Seltsames. Kaum jemandem gelingt es wie Lopazz, etwas derart Persönliches, Intimes und manchmal Romantisches innerhalb der Clubmusik auszudrücken.

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